Sensation in Paderborn!

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Die „RoboFreaks“ des Frankenwald-Gymnasiums werden bei der Europameisterschaft der „First Lego League“ Gesamtsieger!

Kronach ist Europameister! Die „Robotik“-Gruppe des Frankenwald-Gymnasiums von Studiendirektor Christian Pfadenhauer schaffte am vergangenen Wochenende die Sensation: In Paderborn gewannen die „RoboFreaks“ unter 24 Teams aus Deutschland, Österreich und der Schweiz die Gesamtwertung im Europa-Finale des renommierten „First Lego League“-Wettbewerbs! Damit haben die jungen Tüftler und Zukunftsvisionäre des FWG den Höhepunkt einer Bewegung erreicht, die sie selbst initiiert haben und die in der Zwischenzeit auch Teile des Kronacher Landkreises erfasst hat.

Auch wenn Studiendirektor Christian Pfadenhauer dafür bekannt ist, für nahezu jede Situation die richtigen Worte parat zu haben, musste er am vergangenen Samstagabend passen, als ihn die Schulleitung telefonisch zu dem im Internet übertragenen „Coup“ seiner „RoboFreaks“ gratulierte. „Wir sind Europameister, wir sind Europameister!“, klang es nahezu ungläubig durch den Telefonhörer von Schulleiter Harald Weichert. Mehr bekam der Teamleiter der „RoboFreaks“ nach einem anstrengenden 10-Stunden-Wettkampf im „Heinz Nixdorf Museumsforum“ schlichtweg nicht heraus.

Etwas aufgeräumter präsentierten sich Christian Pfadenhauer und die Mitglieder seiner „Robotik-AG“ nach der Rückkehr ans FWG am Montagmorgen im Direktorat. „Es fühlt sich immer noch unwirklich an!“, gestand der 13jährige Danis Becic, während Anna Pfadenhauer und Jonathan Hauck von der Atmosphäre des internationalen Wettbewerbs in Paderborn schwärmten. Immerhin war das Europa-Finale die erste Präsenzveranstaltung eines pandemiebedingt ansonsten digital absolvierten Wettbewerbs.  Und auch Nico Schreiber konnte seine Freude nicht verbergen: Das „Superhirn“ der Gruppe hatte nicht nur den größten Anteil am Erfolg, sondern auf dem Weg nach Paderborn sein Abiturergebnis mitgeteilt bekommen und auf dem Rückweg seinen 19. Geburtstag gefeiert. „So ein Wochenende werde ich so schnell nicht noch einmal erleben“, gab der Abiturient und Europameister lächelnd zu.

Bereits in den Tagen vor ihrer Abreise hatten die jungen Tüftler des FWG für Aufsehen gesorgt. Denn ihr nahezu märchenhafter Aufstieg begann bereits im September und hatte mit dem Gewinn des Regionalwettbewerbs der Technischen Universität in Ilmenau im Januar eigentlich seinen Höhepunkt erreicht. Mit ihrem vollautomatischen Roboter aus Lego-Teilen und vor allem mit ihrem innovativen Beitrag zum Thema „Cargo Connect“ und somit zum Transport der Zukunft hatten sich die „RoboFreaks“ für eine der drei deutschen Finalrunden in Frankfurt qualifiziert. Trotz technischer Probleme beim Schaulauf ihres Roboters holten die FWGler am 7. Mai wegen ihres gezeigten Teamgeistes und ihres Forschungsprojekts in der Gesamtwertung so weit auf, dass es sogar für die Qualifikation zur Europameisterschaft mit den besten Teams aus Deutschland, Österreich und der Schweiz reichte. „Eigentlich galt von da an der olympische Gedanke: Dabei sein ist alles!“, gestand Christian Pfadenhauer und erinnerte sich an die teils hohen organisatorischen Hürden, die den Weg nach Paderborn alles andere als leicht machten. Hinzu kamen tagelange Vorbereitungen, um beispielsweise mit viel Programmierkunst aus dem eigenen Roboter die maximale Punktzahl von 680 „herauszukitzeln“.

„Reisescheck“ vom BDS Kronach

So viel Enthusiasmus und Kreativität sprachen sich auch schnell außerhalb der Mauern des FWG herum. Der „Bund der Selbstständigen Kronach“ (BDS) machte sich vor einer Woche und somit kurz vor der Abreise nach Paderborn vor Ort ein Bild von der Leistung und vor allem der Vision der „Robofreaks“ – und was Christian Mitter als Vorsitzender und Vizepräsident des Landesverbandes sowie Robert Spranger und Bezirksvorsitzender Robert Raimund dort zu sehen bekamen, ließ sie staunen. „Euer auf Flexibilität und vor allem Nachhaltigkeit setzendes Konzept des mit dem Straßenverkehr vernetzten Güterverkehrs auf der Schiene ist nicht nur hervorragend durchdacht, sondern hoch innovativ und für unsere von der Logistik stark abhängige Region absolut zukunftsweisend“, lobte der Vorsitzende des BDS Kronach, Christian Mitter, das Engagement der Jugendlichen und hatte für die Reise nach Paderborn auch einen Scheck in Höhe von 500 Euro dabei. Wie gut dieses Geld angelegt war, bewiesen die Robofreaks wenige Tage später bei ihrer erfolgreichen EM-Teilnahme.

Zu Gast bei der heimischen Wirtschaft

Lob und Anerkennung für den eingeschlagenen Weg ihres Forschungsprojekts erhielten die „Robofreaks“ einen Tag vor ihrer Abreise auch noch von Nikolaus Wiegand und somit vom Geschäftsführer bei Wiegand-Glas, für dessen Unternehmen ein zukunftsorientierter Warenverkehr höchste Priorität hat. Er ließ sich ausführlich das Konzept der „Robofreaks“ in Steinbach am Wald präsentieren.

Der Nachwuchs steckt schon in den Startlöchern: Präsentationstag der „Forscherkids“ der Grundschule Wallenfels

Doch damit nicht genug. Denn am Tag Ihrer Abreise waren die „Robofreaks“ auch zu Gast an der Grundschule Wallenfels – und zwar aufgrund des Anreisetages live und digital aus Paderborn. In Wallenfels hatten sich in einem Klassenzimmer nämlich die Mädchen und Jungen der „Forscherkids“ sowie deren Eltern, Geschwister und Großeltern versammelt. Vor den Augen ihrer Schulleiterin Angela Neder und des Bürgermeisters Jens Korn präsentierten die Dritt- und Viertklässler stolz ihre mit Legosteinen und Legotechnik zusammengestellten Experimentier- und Forschungsobjekte. Mit im staunenden Publikum saß auch Harald Weichert, Schulleiter des Frankenwald-Gymnasiums. „Der Dank am heutigen Präsentationstag der „Forscherkids“ geht nämlich nicht nur an unseren Förderverein und die weiteren Sponsoren unseres Projekts, sondern auch an unseren Bildungspartner vom FWG, dessen Robotik-Gruppe vor vier Jahren den Stein der Projekte im Rahmen der „Lego Challenge“ bei uns in Wallenfels erst ins Rollen gebracht hat“, erklärte die betreuende Lehrkraft Evita Dunkel-Roth stolz. Zusammen mit Nico Goßler, „Bufdi“ der Grundschule Wallenfels, hatte die Grundschullehrerin über viele Monate hinweg und zusätzlich zum normalen Unterrichtsbetrieb mit den Kindern ebenfalls am Thema „Cargo Connect“ gearbeitet. Selbstbewusst und sicher präsentierten Max, Charlotte und Franziska zusammen mit ihren Klassenkameraden die von ihnen in zwei Gruppen ausgetüftelten Forschungsprojekte mit solarbetriebenen Flugzeugen und Windkraft-Autos und bewiesen dabei auch den geschickten Umgang mit den eigenständig programmierten Farbsensoren, beispielsweise bei der automatisierten Sortierung von Legosteinen. Für so viel „Forschungsdrang und -erfolg“ sammelten beide Wallenfelser Gruppen den ersten Platz bei der digitalen Ausstellung in Kulmbach ein. Die dabei errungenen Medaillen bekamen die Grundschüler am Freitag von der Schulleiterin überreicht. „Von der „First Lego League“ hatten wir hierfür ebenfalls die Einladung nach Paderborn erhalten, was aber aufgrund der Umstände unmöglich war. Dafür unterstützen wir das FWG aus der Ferne!“, übermittelte Evita Dunkel-Roth via Video-Live-Schaltung an Christian Pfadenhauer, der mit einem Rundgang durch den Schauplatz der EM die Grundschulkinder an dem Erlebnis teilhaben ließ.

„Wenn die RoboFreaks in Paderborn gewinnen sollten, dann begleitet ihr sie eben zur Weltmeisterschaft nach Brasilien“, meinte FWG-Schulleiter Harald Weichert am Ende des Präsentationstages der Grundschule – um knappe 28 Stunden später zu erfahren, dass dieser nicht ganz ernst gemeinte Hinweis Realität wird.          

Die erfolgreichen „RoboFreaks“ und somit Europameister der „First Lego League sind:
Danis Becic, Lovis Ehrsam, Jana Pfadenhauer, Anton Wicklein, Anna Pfadenhauer, Till Beranek, Jonathan Hauck, Fabian Fischer-Kilian, Nico Schreiber, Maximilian Wich, Milio Ramming.

-mts-

 

So sehen Sieger aus! Die „RoboFreaks“ vom Frankenwald-Gymnasium holten bei der Europameisterschaft der „First Lego League“ in Paderborn sensationell den Gesamtsieg. Mit der Schülergruppe freuten sich auch Teambetreuer Christian Pfadenhauer (5. von rechts) und Dr. Martin Hauck (3. von rechts) als Teambegleiter vom Elternbeirat. Foto: mts

 

Kurz vor der Abreise der „RoboFreaks“ bewies Christian Mitter (rechts) vom „Bund der Selbstständigen Kronach“ (BDS) einen guten Riecher und überreichte den „Tüftlern“ des FWG einen Spendescheck für die Deckung der Reisekosten in Höhe von 500 Euro. Foto: mts

 

Die „Nachfolger“ der „RoboFreaks“ stecken bereits in den Startlöchern: Die „Forscherkids“ der Grundschule Wallenfels präsentierten ihren Familien., Lehrkräften und Ehrengästen ihre Programmierungskünste und grüßten den späteren Europameister vom FWG via Live-Schaltung nach Paderborn. Foto: mts

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