Besuch einer Gerichtsverhandlung am Landgericht Coburg

 

Für die beiden Wirtschafts- und Recht-Kurse der Q11 ging es mit ihren Lehrkräften Stefan Blinzler und Michael Weinkamm am Montag, den 17. Juli, ins Landesgericht Coburg, um einen öffentlichen Prozess zu besuchen und so das im Unterricht erlangte Wissen über den Themenblock "Strafrecht" auch einmal in der Realität zu erleben.

Um 7:00 Uhr früh ging es dann auch schon los, um pünktlich zum Prozessbeginn anwesend zu sein. Die Sicherheitskontrolle ging allerdings unerwartet schnell, so dass sogar noch Zeit für einen kleinen Snack war, bevor es schließlich in den Gerichtssaal ging. Verhandelt wurde darin der Fall eines 53-jährigen Syrers, der seine Frau mit einem Glaskrug geschlagen und ihr damit schwere Verletzungen zugefügt hatte. Nicht nur die Anklageschrift war für die Schüler an diesem Fall interessant, sondern auch die Notwendigkeit, einen Dolmetscher einzusetzen. Dadurch wurde den Q11'lern aufgezeigt, wie schwierig ein ohnehin komplexes Gerichtsverfahren durch Sprachbarrieren werden kann.
Aber mindestens genauso wichtig war die Erkenntnis, dass solche Verfahren eben länger als im Fernsehen brauchen, denn nur so können sich die Richter sicher sein, dass ihr Urteil gerecht ist und nicht voreilig gefällt wurde. Deshalb wurden bereits am ersten Prozesstag sowohl der Nebenklägerin, das Opfer, als auch dem Angeklagten die Möglichkeit geboten, ihre Sichtweise darzulegen. Außerdem informierten sich die Richter und Schöffen über die turbulente Vergangenheit der beiden, um sich ein möglichst umfassendes Bild machen zu können .
Einige Tage nach dem Besuch des Prozesses erfuhren die Schüler das Urteil, da der Prozess sich über mehrere Tage hinzog. Der Angeklagte wurde zu 5 Jahren und 9 Monaten Haftstrafe verurteilt. Im Unterricht konnten die Schüler anschließend noch über den Prozess und insbesondere das Urteil diskutieren.

Bastian Heinlein