Die Mischung macht’s

 

Aus einem „Experiment“ wird ein großer Erfolg: Beim Frühjahrskonzert des Frankenwald-Gymnasiums nutzen zahlreiche Solisten die Chance, ihr Können einem breiterem Publikum vorzustellen

Kronach. „Eigentlich war es nur ein Experiment. Dass es aber dann gleich so gut klappt, hätte ich selbst kaum erwartet. Ich bin sehr stolz auf unsere Nachwuchsmusiker!“ Stefanie Bär, Musiklehrerin am Frankenwald-Gymnasium Kronach, konnte man die Erleichterung über den gelungenen Abend förmlich am Gesicht ablesen. Immerhin zeigte sie sich mit Unterstützung ihrer beiden Kollegen Christiane Stömer-Rauh und Ralf Probst hauptverantwortlich für die Gesamtleistung des Frühjahrskonzerts des FWGs, das in diesem Jahr in der Pausenhalle des Gymnasiums stattfand. Und in der Tat lieferten die Solisten und Ensembles der Schule ein bemerkenswertes Programm ab, das bunter und vielseitiger nicht hätte sein können. Immerhin reichte es vom Vogelgezwitscher auf der Blockflöte über fliegende Plastikbecher bis hin zum Musical reifen Auftritt.

Für den Konzertabend kurz vor den Osterferien war den Organisatoren kein Aufwand zu groß gewesen. In der Pausenhalle des FWGs wurde extra eine Bühne errichtet. Sie wurde für zahlreiche Solisten, Duetts und kleinere Ensembles zu den Brettern, die für einen Künstler sprichwörtlich die Welt bedeuten. Die großen Chöre oder das Orchester des FWGs suchte man auf der Bühne aber an diesem Abend vergebens. Sie werden wieder beim Sommerkonzert des Gymnasiums zu hören sein. „Das Frühlingskonzert ist gerade für Solisten und kleinere Ensembles gedacht, die den zeitliche Rahmen eines gemeinsamem Konzertes schlichtweg sprengen würden,“ erläuterte Stefanie Bär den Grundgedanken des Konzertabends. Und von diesen musikalischen Talenten scheint es derzeit am FWG so viele wie selten zuvor zu geben.

„In den letzten Wochen kamen immer mehr Schülerinnen und Schüler auf mich zu und wollten ihren ganz persönlichen Teil zum Konzert beitragen“, so die Musiklehrerin. Die daraus resultierende Mixtur aus unterschiedlichen Instrumenten und Besetzungen sowie musikalischen Stilrichtungen machten den ganz besonderen Charme dieses Konzertabends aus. Das hinterließ vor allem beim Publikum Spuren, das sich auf dieses kurzweilige Potpourri gerne einließ und zu Recht von den Initiatoren ein großes Lob erhielt: „Sie waren ein großartiges Publikum!“

Dabei vermittelte bereits der Auftakt des rund zweistündigen Programms einen ersten Eindruck, welche musikalische Qualität die Zuhörer da erwarten würde. Dem „Pomp und Circumstance“ von Edward Elgar, dargeboten vom Violinen-Ensemble, folgten die ersten solistischen Beiträge. Hier glänzten nicht nur die Schülerinnen und Schüler der Mittelstufe, sondern auch die Kleinen hatten ihren ersten ganz großen Auftritt. Hierzu zählte das beeindruckende Klavierspiel von Angelina Kästner (5c), aber auch Marcel Schuberth (6b) an der Gitarre, der beim „Preludio Rockero“ klassisch-lyrische Elemente mit einem harten Rocksound versah. Noch um ein gutes Stück ausgefallener war der Auftritt von Juliana Graf an der Tenorblockflöte. Denn beim „Ornithology“ bot die Neuntklässlerin eine musikalische Vogelkunde dar, indem sie ihrem Instrument teils unvorstellbare Klangwelten entlockte. Dem fachkundigen Publikum war schnell klar: Hier geht es weniger um eine besondere Art der Melodieführung, sondern vielmehr um das damit verbundene Aha-Erlebnis. Ähnlich unterhaltsam fiel der Auftritt von acht Schülerinnen aus, die mit viel Stimme und acht Plastikbechern das Lied „When I’m gone“ präsentierten. Beim Verständnis dieser „Instrumentenwahl“ halfen dem Publikum die Anmoderationen, die von Sophia Malter, Dominik Richter, Johanna Thron und Lena Eidloth übernommen wurden. Das Lied erlangte nämlich seine Berühmtheit durch ein Internetvideo, bei dem der Song mit Unterstützung von Bechern den rhythmischen Feinschliff erhielt. Und die jungen Damen des FWGs machten es dem Vorbild von „YouTube“ gleich und ernteten für diesen originellen Auftritt lautstarken Applaus. Überhaupt war es die Mischung aus unterhaltsamen und musikalisch höchst anspruchsvollen Beiträgen, die diesen Abend so besonders gestalteten.

  

Im zweiten Programmteil überwogen die romantischen Töne aus der Feder von Carl Maria von Weber oder Niccolo Paganini. Letztgenanntem widmete sich Lina Prell durch die virtuose Präsentation einer „Romanze“ an der Gitarre.

Zu einer Musicalbühne erweckte dann Sophie Mitter die Pausenhalle des FWGs. Denn beim „Nothing“ aus dem Musical „A Chorus Line“ glänzte die Zehntklässlerin nicht nur durch ihre gewohnt eindrucksvolle Stimme, sondern diesmal auch mit schauspielerischem Talent, indem sie den Textzeilen immer wieder die treffende Mimik und Gestik verlieh.

„Bei einem solch bunten ‚Frühlingsprogramm’, das von Mozart bis zu den Beatles reichte, kann es nur einen passenden Abschluss geben: ‚What a wonderful world!“ Moderatorin Johanna Thron traf damit den Nagel auf den Kopf und räumte die Bühne ein letztes Mal für das Big-Band-Ensemble. Dann war es Zeit für alle jungen Künstler, gemeinsam die Bühne zu betreten und sich dem lang anhaltenden Schlussapplaus zu stellen. Diesem Dank schloss sich auch Schulleiter Dr. Klaus Morsch an, der in seiner Begrüßungsrede noch zahlreiche„Highlights“ versprochen hatte. Am Ende des Abends wusste jeder, dass er und vor allem die jungen Künstler Wort gehalten hatten.

-mts-

 

Weitere Solisten des Frühjahrskonzerts: Linda Stark (Violine), Anna Hollendonner (Querflöte), Johannes Schrebel (Saxophon), Sara Wesolek (Gesang/Klavier), Niklas Diller (Gesang/Gitarre), Florian Jungkunz (Klavier), Lina Prell (Gitarre), Sophia Malter (Klavier), Eva-Maria Bienlein (Klavier).

Die Duetts des Abends: Franziska Simon (Querflöte) und Anna Heuschmann (Klarinette), Franka Witthauer und Lina Prell (Gitarren), Anna Heuschmann (Klarinette) und Florian Jungkunz (Klavier)

Ensembles: Violinen-Ensemble(Liese Schultheiß, Fiona Hauck, Alicia Krause, Eva Müller, Johanna Zielowski und Linda Stark), Klarinetten-Ensemble(Jan Fiedler, Linda Will, Sarah Buckreus, Jana Heinritz), Mark Müller, Tobias Schramm, Niklas Löffler), „The cup song“(Luisa Müller, Jessica Schirmer, Lea Stadelmann, Madleine Matthei, Elisa Raab, Antonia Wänke, Kataharina Schedel, Lea-Marie Schreyl, Lina Prell), Percussion-Ensemble (Paul Reuther, Jacob Ditsche, Jakob Bandorf), Blechbläser(Marcel Bayer, Michael Lieb, Luisa Zipfel, Carolin Kremer), Gitarre und Gesang (Sophia Malter, Lena Eidloth und Tim Zwosta), Big-Band-Ensemble(David Staufer, Louisa Kolb, Elisabeth Kestel, Katharina Lauer, Sarah Buckreus)