Geschichtsprojekt AGIL der 6. Klassen am 18. Juli und am 25. Juli 2013

 

„Eine Reise in die Vergangenheit“, so nennt der Archäologe Jos Lohmann von dem museumspädagogischen Verein AGIL aus Bamberg sein Projekt über die Steinzeit.

500 000 Jahre zurück liegt der Ursprung des wohl intelligentesten Wesens der Zeitgeschichte: des Menschen. Schon damals waren die Menschen den normalen Tieren weit voraus. Zum Beispiel sind sie die ersten Wesen, die Stein bearbeiteten und daraus Messer, Klingen und Pfeilspitzen herstellten. Und mit so einer Klinge aus Feuerstein haben die Kinder der 6. Klassen gearbeitet. Ihre Aufgabe war es, pro Kopf einen Viertel Apfel zu schälen. Glücklicherweise gab es keine Verletzten, trotz der recht scharfen Klingen, aber einfach ist auch etwas anderes.

Ein weiterer Fortschritt der Menschheit ist es, mit dem Feuer umzugehen. Jeweils in Zweierteams haben die Schüler versucht, eine kleine Glut hervorzubringen. Nur wenigen ist es geglückt, die richtige Technik zu finden. Auch das Jagen der Urmenschen überraschte die Schüler/innen: Schon früher war den Menschen das Hebelprinzip nicht verborgen geblieben. Sie haben überwiegend mit Speeren gejagt, wobei sie ihren Arm mit einem Holzhebel verlängert haben und so mehr Kraft aufgebracht haben. Auch das durften die Schüler nach Anlegen einer Kriegsbemalung ausprobieren – draußen auf dem Rasen - und alle waren sich einig, dass die Menschen doch nicht so „dumm“ waren, wie so manch einer denkt. Schließlich lernten die Schüler/innen Schmuck nach Art der Steinzeitmenschen herzustellen, z.B. mit Muscheln und Bastband. 

Ebenfalls interessant war das Römerprojekt, das von einer Mitarbeiterin des Vereins AGIL durchgeführt wurde. Zuerst haben die Klassen auf pantomimische Art herausgefunden, wie vielschichtig die Rangordnung im alten Rom war. Ganz unten standen die Sklaven, zu denen fast jeder dritte Einwohner von Rom zählte. Der Rest waren Bürger, eingeteilt in Patrizier und Plebejer. Zwei Schülern wurde ein Einblick in die Kleiderwelt der Römer gewährt, indem sie sich durch Anlegen von Tunika, Toga und Sandalen selbst in Römer „verwandelt“ haben. Und auch die anderen durften in den Alltag der Römer einsteigen: Wie fast bei allen modernen Kindern ging es auch bei den Römern am Vormittag in die Schule, in der statt in Hefte auf Wachstafeln geschrieben wurde, was etwas umständlich war, da man sofort alles, was man aufgeschrieben hatte, auswendig lernen musste. Die Wachstafeln waren nämlich klein und mussten stets von Neuem beschrieben werden. Und zum Essen gab es bei den Römern auch nichts „Richtiges“, sondern nur zum Beispiel eine Soße aus Rosinen, Essig, Honig, Pfeffer, Olivenöl und Senf, in die man Brot eingetunkt hatte. Allerdings schmeckte diese Soße gar nicht mal so schlecht, wie die Schüler feststellten.

Alles in allem war es ein gelungener und interessanter Vormittag, bei dem die Sechstklässler „praktisch“ in die Vergangenheit eintauchen konnten.  

- Julia W.