Ausflug in die deutsche Vergangenheit 

Exkursion nach „Little Berlin“  am 25.06.2013 (Klassen 10C, 10D, 10E) und 28.06.2013 (Klassen 10A, 10B):

Auch in diesem Schuljahr unternahmen die 10. Klassen im Rahmen des Geschichte- und Sozialkundeunterrichts eine Exkursion nach Mödlareuth, das sich in der Nähe von Hof befindet. Dort besichtigten sie das kleine 50-Einwohner-Dorf und natürlich das Deutsch-Deutsche Museum mit seinen Außenanlagen. Wie der Name schon vermuten lässt, drehte sich hierbei alles um die Geschichte bzw. genauer gesagt um die Teilung der zwei deutschen Staaten von 1949 bis zum Jahr 1990.

Hinweisschild der DDRKurz nach Ankunft in dem kleinen Ort, welcher auch heute noch zur Hälfte in Thüringen und zur Hälfte in Bayern liegt, führte man die Schüler in den Präsentationsraum des Deutsch-Deutschen Museums. Hier schilderte Herr Dr. Müller vom Gymnasium Naila sehr anschaulich und unterstützt durch verschiedene Bilder und Aussagen von Zeitzeugen die Geschichte der Trennung Deutschlands bzw. Mödlareuths. Sachlich und doch mit einem gewissen ironischen Unterton erzählte er von den 37 Jahren, in denen es auf legale Weise kaum möglich war, seinen Bruder oder einen anderen Verwandten zu besuchen, wenn er auf dem östlich-„feindlichen“ Gebiet beheimatet war. Es war verboten von Ost nach West zu grüßen oder zu winken. Zwar fanden die Mödlareuther zu Beginn der Teilung kurz nach dem Zweiten Weltkrieg immer wieder Mittel und Wege, um zueinanderzufinden, doch auch das wurde mit dem Mauerbau und den immer schärferen Grenzregime auf Seiten der DDR fast unmöglich.

 

Der Tannbach, der Mödlareuth 1945 in sowjetische (links) und amerikanische (rechts) Besatzungszone teilteAnschließend begutachteten die Schülerinnen und Schüler in der Dauerausstellung alte DDR-Artefakte wie zum Beispiel Dienstuniformen und Ausrüstungsgegenstände von Grenzsoldaten. Besonderes Interesse, gerade bei vielen Jungen, weckten vor allem die alten Geländefahrzeuge und die anderen militärischen Fortbewegungsmittel von Bundesgrenzschutz und DDR-Grenztruppen, welche sich in einem sehr guten Zustand befinden.

 

 Abschließend besichtigten die Jugendlichen noch das Außengelände mit Mauerstück, Überwachungstürmen und Grenzsperranlagen. Dabei erwies sich Dr. Müller erneut als  sachkundiger und sehr anschaulich darstellender Führer. Hier wurde noch einmal deutlich, wie schwierig es damals war, von der thüringischen auf die bayerische Seite zu gelangen und mit welchen Unsummen die sogenannte innerdeutsche Grenze finanziert werden musste. Letztendlich trug dieser Umstand einen beträchtlichen Teil zum Untergang der DDR bei.

 Trotz des regnerischen Wetters wurde es ein sehr interessanter und schöner Ausflug in die Vergangenheit unseres Landes, welcher den einen oder anderen Schüler dazu angeregt hat, sich Gedanken  über unsere Geschichte und unser Leben heute zu machen.

 - Jannis T. und Stefan S.