Ein unscheinbarer Ort, gleichzeitig ein Ort grausamer Geschehnisse und ein riesiger Friedhof…

 

Über einen langen, von beiden Seiten dicht mit Buchen und anderen Bäumen umgebenen, unscheinbaren Weg, in einer gar friedlich scheinenden Umgebung, gelangten wir an unser „Ziel“…

Am Morgen des  7. Juni 2013 machten sich die Schülerinnen und Schüler der 9. Jahrgangsstufe in drei Bussen auf den Weg zur Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslager (KZ) Buchenwald bei Weimar (Thüringen). Begleitet wurden sie von folgenden Lehrkräften: StRefin Brechtelsbauer,  StRin Hofmann , StRefin  Schenk,  OStR Gernlein, LAss Hagen und StR Müller.

Nach der Ankunft hatten die Neuntklässler zuerst etwa zwei Stunden Zeit, um sich frei auf dem Gelände zu bewegen und erste Eindrücke zu sammeln.

Viele begannen mit der Dauerausstellung zur Geschichte des KZ, die sich über zwei Stockwerke im Gebäude der ehemaligen Häftlingseffektenkammer erstreckt. Steckbriefe, Filmausschnitte, Dokumente, Fotos, ergreifende, erschreckende Berichte sowie Zeichnungen von Zeitzeugen und erhaltene Gegenstände aus den Jahren 1937 bis 1945 , wie zum Beispiel Holz-“Schuhe“, Kleidungsstücke, Maschinen, Schüsseln oder  verzinkte Leichentransportwagen, verdeutlichen das Leben, Arbeiten und auch das Sterben, also den Alltag, im Konzentrationslager Buchenwald. Hierbei blieben vor allem die Bilder von ausgezehrten, abgearbeiteten Häftlingen, die Geschichten über die Kinder im Konzentrationslager und die Aussagen einiger ehemaliger Zeitgenossen hängen.

 

„Das, was in den Völkern an gutem Blut unserer Art vorhanden ist, werden wir uns holen, indem wir ihnen, wenn notwendig, die Kinder rauben und sie bei uns großziehen.“
Heinrich Himmler, Reichsführer SS, 14.10.1943

„Noch im Dunkeln wurden wir geweckt. Nach dem Appell und der Einteilung in Arbeitskommandos ging es unter strenger Bewachung zum eigentlichen Häftlingslager. Wir stellten eine schon im Bau befindliche Baracke, den Block 7, fertig und bezogen diesen Block noch am gleichen Tage…“
Helmut Fiermann, politischer Häftling, Auszug aus „Der erste Tag im Konzentrationslager Buchenwald „(Auszug)“ Bericht von 1968 

„Kümmern Sie sich nicht um die menschlichen Opfer. Die Arbeit muss vonstatten gehen und (das) in möglichst kurzer Zeit.“
SS-Brigadeführer Hans Kammler, 1942


Falls noch Zeit blieb, konnten sich die Schüler auch schon das Gelände anschauen, bevor eine kurze Mittagspause Zeit bot, um Meinungen und Gedanken auszutauschen. Ein Film im Kinosaal des Geländes, in dem ehemalige Häftlinge über ihr eigenes und das Schicksal ihrer Mithäftlinge sprachen, half den Schülerinnen und Schülern dabei, sich ein nachdrückliches Gesamtbild über die damalige Situation zu verschaffen.

Den Abschluss des Tagesaufenthaltes bildete eine Führung durch das ehemalige Konzentrationslager, das auf dem Ettersberg, knapp acht Kilometer von Weimar entfernt, liegt.

Besonders bedrückend hierbei war die Besichtigung des Krematoriums mit der Pathologie, den Öfen und dem Leichenkeller sowie der Genickschussanlage, in der fast 8.000 sowjetische Kriegsgefangene ihr Leben ließen. Die Einzelzellen im Arrestbau und der Appellplatz, auf dem der Tag für die Gefangenen früh morgens begann und spät am Abend endete, werden sicher bei vielen auch in Erinnerung bleiben. Bei diesem Rundgang wurden alle noch offenen Fragen sachkundig durch die Gruppenführer beantwortet.

Mit bleibenden Eindrücken endete dieser besondere Tag für alle. Mir wurde vor allem bewusst, welch glückliches Leben wir führen können. - Dafür sollten wir dankbar sein. 

Theresa Weber, 9a