M.A.i Roboter zu Besuch am FWG

 

Jaaaa, wir haben Metallklötzchen gegriffen und hochgehoben, und ja, eine Gruppe von Schülern – von Unter- bis Oberstufe hat sich darüber grinsend gefreut. Was für manche ziemlich langweilig klingt, ist für Programmierer ein Hochgefühl. Vor allem wenn ein echter 6-Arm- Industrieroboter die Klötzchen automatisch stapelt.

Der Begabtenkurs „Be an engineer“ und das P- Seminar „CNC- Frässtand“ durften sich in der Maschinenprogrammierung versuchen und damit endlich mal praktische Anwendungen der sonst eher theoretischen Programmierung sehen.

 

M.A.i Ausbildungsleiter Tobias Geiger hatte extra einen 150kg Übungsroboter samt Kompressor und Zubehör mitgebracht und nahm sich den gesamten Tag Zeit unseren Schülerinnen und Schülern einen Einblick in den Umgang und die Programmierung eines ABB- Roboterarms zu gewähren. 6 Achsen wollen erstmal unter Kontrolle gebracht werden. Noch dazu wenn diese Achsen sich sowohl rotatorisch als auch linear bewegen lassen. Nach einer kurzen Einweisung durfte jeder Teilnehmer sich erst einmal in der Steuerung versuchen. Einige Fehlermeldungen, viele schiefe Bewegungen und ein Paar Anschläge an der Bodenplatte später, war schonmal jedem klar: dass wird nicht so einfach werden. Mit viel Humor und vor allem Geduld erarbeitete Herr Geiger dann ein erstes Programm, gemäß dem Motto: Sei schlau – nutze deine Faulheit. Aber Kommentiere! Faulheit vor allem beim Programmieren – was gerade noch eine ziemliche Fummelei am Control Panel war, wurde mit einigen halbwegs einfachen Befehlen, die man dann auch noch kopieren konnte, doch wieder gar nicht so schwer.

Nach der Programmierung folgte sogleich der Test samt fettem Grinsen als der Roboterarm tatsächlich alleine zu einem Metallklötzchen fuhr, diese mit dem hydraulischen Greifarm packte und in eine vorher festgelegte Mulde ablegte! Was bei uns Spielerei, ist in der Wirtschaft an der Tagesordnung. In allen automatisierten Industrien werden ähnliche Robotersysteme genutzt. Nur eben ein bisschen größer.

 

Nach den ersten Erfolgen ging es an Feinheiten wie Singularitäten des Arms, Verschliffene Wege, die uns unsere schöne Programmierung durcheinander bringen und Probleme, die in der theoretischen Programmierung für uns irrelevant sind. Wäre hätte gedacht, dass der Greifer so viel Zeit zum Schließen der Hydraulik braucht, dass der Arm schon wieder auf dem Rückweg ist, noch bevor der Klotz gesichert ist. Ein Fehler, den man sicherlich vermeiden möchte, wenn ein Automotor gegriffen werden soll…

 

Am Ende wurden die Schüler sogar übermütig und wollten die Klötzchen zu einem Stapel aufreihen, was sogar die trockene Mathematik der Berechnung von Abständen plötzlich wichtig werden ließ.

Ein gelungener Tag, bei dem Herr Geiger von den Schülern das höchste Lob des Frankenwalds erhielt: „War doch in Ordnung“, oder fränkisch „Passt scho“.

Wir bedanken uns herzlich bei unserem Kooperationspartner M.A.i und Ausbildungsleiter Geiger und freuen uns auf die nächsten gemeinsamen Projekte. Heute standen die Schüler im Mittelpunkt, aber natürlich geiern im Hintergrund auch wir Lehrer auf die Chance mehr Praxis in unseren Unterricht zu bringen.