Ritter, Bauern, Lutheraner“ - Besuch der Bayerischen Landesausstellung in Coburg

 

Am Mittwoch, den 26.07.2017, besuchten die Klassen 6b und 6c im Rahmen des Wandertages die Bayerische Landesausstellung mit dem Titel „Ritter, Bauern, Lutheraner“ auf der Veste in Coburg. Dabei lernten die SchülerInnen an einem außerschulischen Lernort in einer 70-minütigen Führung die Welt um 1500 kennen, die sich im Umbruch befand. Aufgrund neuer Entdeckungen, der Erschließung neuer Märkte und dem damit verbundenen Aufschwung in der Wirtschaft entfaltete sich ein Streit um den rechten Glauben. Mit dieser Thematik wurden die SechstklässlerInnen auf eine kindgerechte Art und Weise bereits an die Inhalte des Lehrplans der siebten Klasse im Fach Geschichte herangeführt.

 

Zu Beginn der Führung in der Veste erhielten die SchülerInnen viele Informationen über die Rolle der Städte und das Leben auf dem Lande zur Zeit der Reformation. Bezüglich der Städte ist es wichtig zu wissen, dass bedeutende Veränderungen und Erfindungen ihren Anfang nahmen, vor allem im Bereich des Handwerks und des Buchdrucks durch Johannes Gutenberg. Die Stadt Coburg spielte im 16. Jahrhundert eine bedeutende Rolle, so Kultusminister Spaenle: „Coburg ist damals eine wichtige Brücke zwischen Nürnberg und dem gesamten mitteldeutschen Raum.“ (S. 9, „Schule&wir“, Nr.2/2017). Im Gegensatz dazu waren die Menschen in den Dörfern arm und abhängig von den Grundherren. Die Ungerechtigkeiten entluden sich im „Deutschen Bauernkrieg“. Der bereits erwähnte Buchdruck sowie Flugschriften ermöglichten eine frühe Form der Medienrevolution und trugen wesentlich zur Verbreitung der Reformation bei.

Auch die Aufenthaltsräume Martin Luthers auf der Veste Coburg konnten betrachtet werden. Im Jahre 1530 begleitete Luther seinen Beschützer, Kurfürst Johann den Beständigen von Sachsen, bis Coburg, die Stadt lag damals im Süden von Johanns Herrschaftsgebiet. Von April bis Oktober blieb Luther auf der Veste und verfolgte von dort aus die Geschehnisse des Reichstages in Augsburg, wo über seine Lehren entschieden wurde.

Zudem stand der Niedergang der Reichsritter im Mittelpunkt der Ausstellung. Anhand von echt aussehenden Nachbildungen von Pferden und Rittern mit Waffen und Rüstungen im Kampf konnte man sich das Turnierwesen bildhaft vorstellen. Nachdem die Ritter ihre Bedeutung im Kampf verloren hatten, lag ihr neuer Schwerpunkt im Bereich des „Spitzensportes“, des Turnierwesens. Die Ritter waren Helden ihrer Zeit.

Die Rolle des Todes wurde den SchülerInnen ebenso anschaulich vor Augen geführt. Der Tod war überall präsent. Besonders Gemälde und Darstellungen erinnerten die Menschen an den Tod, die Hölle und das Fegefeuer. Die katholische Kirche bot den Menschen Ablassbriefe an, mit denen sie sich von den Sünden und den damit verbundenen Qualen nach dem Tod loskaufen konnten. Unter anderem gegen diesen Betrug der Kirche gegenüber den Gläubigen rebellierte Martin Luther mit den 95 Thesen. Die armen Bauern zu dieser Zeit konnten sich mit der Gewissheit, dass der Tod alle trifft, auch den Adel mit seinen Privilegien, etwas über die Ungerechtigkeit, die sich erfahren mussten, hinwegtrösten.

Am Ende des Besuches der Landesausstellung durfte ein Besuch im Museumsladen nicht fehlen. Hier fanden sich viele auf die Themen der Ausstellung bezogene Accessoires. Insgesamt bot die Ausstellung den SchülerInnen eine gute Vorbereitung auf die Inhalte des Faches Geschichte in der siebten Jahrgangsstufe.

 

Carolin Hofmann