Mödlareuth - das kleine Berlin

 

Am Mittwoch, den 19. Juli 2017, besuchten alle 10. Klassen in Begleitung ihrer Geschichtslehrer (Frau Binder, Frau Müller, Herr Müller sowie Frau Höpp) das Deutsch-Deutsche Museum in Mödlareuth.

Mödlareuth, ein kleines unscheinbares Dorf mit knapp 50 Einwohnern, wird geteilt durch den  Tannbach, der schon um 1810 gekennzeichnet durch zwei Grenzsteine als Verwaltungsgrenze benutzt wurde. Dennoch bewirtschafteten die Bauern ihre Felder sowohl auf der rechten als auch auf der linken Seite, die Kinder wurden in eine gemeinsame Schule geschickt und die Gemeinde feierte jeden Sonntag im selben evangelischen Kirchenhaus Gottesdienst.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges teilten die Siegermächte in Potsdam Deutschland untereinander auf, so lag West - Mödlareuth nun im Amerikanischen Besatzungsgebiet, Ost - Mödlareuth dafür im Teil der Sowjetunion. Die Sowjetunion lenkte den Teil Deutschlands in Richtung Planwirtschaft und Sozialismus, während das Ziel der Amerikaner darin lag, der BRD zu einem eigenständigen, demokratischen Staat zu verhelfen. Die steigenden Flüchtlingszahlen von Ost nach West  führten von der Polizeiverordnung im Jahre 1951 bis hin zu der bekannten Betonsperrmauer 1966, die mit Fallen wie Splitterbomben und Erdminen gespickt war. Der Bau der Mauer veränderte den Alltag der Mödlareuther, nicht nur Bauern verloren ihre Felder, sondern ganze Familien und Geschwister wurden getrennt.

In einer Ausstellung werden die Einzelschicksale, Fluchtversuche und das Wiedersehen nach dem Mauerfall festgehalten, während in einer alten Scheune Panzer, Hubschrauber und Truppenfahrzeuge ausgestellt werden, die den Besuchern einen kleinen Einblick in die beängstigende Ausrüstung der Grenztruppen bietet. Auch heute ist Mödlareuth noch geteilt in Thüringen und Bayern, was sich vor allem durch die  unterschiedlichen Ferienzeit widerspiegelt. Mödlareuth, von den Amerikanern „Little Berlin“ genannt, lag 37 Jahre im Grenzgebiet einer Mauer und gilt noch heute ebenso wie sein großer Bruder als Symbol für die deutsche Teilung. Mödlareuth war eine tolle Erfahrung, die gute Eindrücke über die Zeit des geteilten Deutschlands vermittelt und unserer Generation einen Einblick in den Alltag und die Erfahrungen der damaligen Menschen gegeben hat. Die Fakten und Daten, die man im Geschichtsunterricht lernt, sind dadurch leichter zu verstehen.

 

 

Sophia Fischer (10a)