Ganz großes Kino

Zum Abschluss des Schuljahres stellt das Frankenwald-Gymnasium Kronach nochmals unter Beweis, über welch bemerkenswerte Qualität Chöre, Orchester und Ensembles der Schule verfügen: Das Sommerkonzert begeisterte aber auch aufgrund seiner thematischen Ausrichtung.

Am Ende des diesjährigen Sommerkonzerts des Frankenwald-Gymnasiums konnte es nur ein Fazit geben: Das war ganz großes Kino! Das lag aber nicht nur an den bequemen Sitzen im generalsanierten Kreiskulturraum oder am Themenschwerpunkt „Filmmusik“ –auch die stattliche Anzahl vonüber 130 Mitwirkenden in den diversen Chören, Ensembles und Instrumentalformationen untermauerte den filmreifen Auftritt des FWGs an diesem Abend. „Ich bin mir sicher, dass eine solche hohe Anzahl an Musikern und Sängern weit und breit ihres Gleichen sucht!“, erklärte Schulleiter Dr. Klaus Morsch stolz zu Beginn des Sommerkonzerts. Dass er mit dieser Einschätzung nicht nur hinsichtlich der Quantität sondern auch der Qualität des Abends richtig lag, wurde in den sich anschließenden knapp zwei Stunden gleich mehrfach unter Beweis gestellt.
Den passenden Auftakt zu solch einem Abend lieferten das kleine und große Orchester der Schule mit bekannten Filmmelodien aus „Disneys Magical Marches“ oder „Harry Potter“.Stefanie Bär hatte dabei die stattliche Anzahl von 40 jungen Musiktalenten vor sich, die zusammen ein sowohl harmonisches als auch ungemein homogenes Klangbild ergaben.
„Kompanie aufgepasst! Marschiert los!“ Die Auszeichnung für den auffälligsten Auftritt erhielt an diesem Abend eindeutig der Unterstufenchor. Dieser marschierte nämlich stilecht zum „Elefanten-Marsch“ aus Disneys „Dschungelbuch“ mit festem Schritt in den Kreiskulturraum ein und nahm dabei auch gerne den Umweg über den Zuschauerraum in Kauf. Weitere Klassiker wie „Ich wär so gern wie du“ oder „Probier’s mal mit Gemütlichkeit“ aus dem Dschungelbuch wurden dann wieder auf der Bühne dargeboten, und auch hier begeisterte der Chor unter der Leitung von Stefanie Bär mit seiner unüberhörbaren Freude am Chorgesang.
Deutlich ruhiger gestalteten sich die anschließenden Programmteile. Denn sowohl das Percussion-Ensemble unter der Leitung von Ralf Probst als auch die beiden Vokalensembles bestachen durch eher meditative Klänge und Gesänge. Den Preis für das „Comeback“ des Abends verdienten sich hier die diesjährigen Abiturienten, die es sich nicht nehmen ließen, sowohl bei den Vokalensembles als auch bei den Chören und Orchestern nochmals für ihr FWG mitzuwirken.
In der Kategorie„Ungewöhnlicher Name“ punktete vor allem das „Große Orchester“, das in seiner Besetzung deutlich kleiner ausfiel als das „Kleine Orchester“. Die beiden Moderatoren des Abends, Lea-Marie Schreyl (Q11) und Matthias Müller (10b), hatten die Erklärung prompt parat: „Groß bezieht sich lediglich auf die Jahrgangsstufe der beteiligten Musiker: Sie stammen alle aus den höheren Klassen!“ Warum Leiterin Christiane Stömer-Rauh dieses Orchester auch gerne als ihren „bunten Haufen“ betitelt, wurde schnell ersichtlich: Von der Blockflöte bis zur Trompete war hier im kleinen Kreis alles vertreten, und auch die Auswahl reichte von der barocken Musik Henry Purcells bis zu „Sound of Silence“von Paul Simon.
Eine echte Spannungskurve hatte dann der zweite Programmteil zu bieten: Von Stück zu Stück steigerte sich der Anzahl an Mitwirkenden auf der Bühne, um am Ende dort alle Beteiligten zu vereinen. Wenn es nach den Zuschauern gegangen wäre, dann hätte vor allem die Big Band des FWGs unter Leitung von Stefanie Bär die Bühne überhaupt nicht mehr verlassen dürfen. Denn was die Band bei Stücken wie „Respect“ von Aretha Franklin oder „Rosanna“ von Toto aus den Instrumenten zauberte, war schlichtweg atemberaubend. Selbst Bandleaderin und Perfektionistin Stefanie Bär verschlug es sichtbar die Sprache – derart viel Dynamik, Präzision, Tempo und Spielfreude hätte sie „ihrer“ Big Band selbst kaum zugetraut. Der Zuschauerpreis ging damit an diesem Abend eindeutig an die Big Band.
Jedoch erlebte der Abend weitere Höhepunkte. Beim Auftritt des Mittel- und Oberstufenchores von Christiane Stömer-Rauh vergaßen die Zuhörer endgültig Zeit und Raum und ließen sich von den Melodien Billy Joels („For the longest time“) und ABBAs mittreiben. Dabei lieferte ABBAs Titel „Thank you for the music“ auch noch das passende Motto für den Gesamtabend. Beim „Aux Champs-Elysees“ wurden beide Chöre noch vom „Großen Orchester“ unterstützt.
Passend zu einem Filmabend gab es auch eine „Laudatio“ am Ende – und die hatten sich mit Ralf  Probst, Stefanie Bär und Christiane Stömer-Rauh die drei Musiklehrkräfte verdient, die für den Abend hauptverantwortlich waren. Sie alle erhielten von den jeweiligen Gruppen kleine Präsente und vor allem liebevolle Worte der Anerkennung für das gemeinsam Geleistete. Diesem Dank schlossen sich auch Schulleiter Dr. Morsch und Tanja Mitter als Vorsitzende des Elternbeirats gerne an, ehe Christiane Stömer-Rauh zum wahrlich großen Finale des Abends bat. Dabei musste die Musiklehrerin den Weg in den Zuschauerraum antreten, weil auf der Bühne schlichtweg kein Platz mehr für sie war. Denn dort hatten sich längst alle Musiker und Sänger des Abends versammelt, um gemeinsam John Lennons Friedensballade „Imagine“ anzustimmen. Die Dirigentin meisterte aber auch inmitten der staunenden Zuhörerschaft ihre Aufgabe, so dass der eindrucksvolle Abend auch noch einen angemessenen Schlussakkord erhielt.
-mts-