„Bin normalerweise zuständig für viele Leichen und Tote…"

 

Frankenkrimi-Autor Helmut Vorndran zu Gast am Frankenwald Gymnasium

Am Donnerstag, den 2. Juni 2016 gastierte prominenter Besuch am FWG. Helmut Vorndran, bekannt durch seine Tätigkeit als Kabarettist (TBC: Totales Bamberger Cabaret) und Autor (z.B. „Das Alabastergrab", „Blutfeuer", „Tot durch Franken") las für die 9. und 10. Klassen aus seinen Werken und sorgte dabei für viel Heiterkeit beim Publikum.

 Von Kurzgeschichten („Das Schöne an Kurzgeschichten ist, dass sie so schön kurz sind." O-Ton des Autors) bis zu Ausschnitten aus seinen Romanen und einer Stellungnahme zu einem Leserbrief im Fränkischen Tag präsentierte der Schriftsteller eine Vielfalt von Texten, die eines gemeinsam hatten: ihre Verbindung zur fränkischen Heimat. So spielten seine vorgetragenen Ausschnitte beispielsweise in der Umgebung von Ebern oder Coburg. Sowohl die Geschichte von einem mit Schwarzpulver gefüllten Sauerkrauteimer, welchen zwei Jugendliche nur zum Spaß sprengen wollen und am Ende die Feuerwehr wegen eines vermeintlichen Meteoriteneinschlags anrückt als auch der Textausschnitt „Der gelbe Nikolaus", in dem ein Kriminalkommissar wegen seines Regenmantels auf einem Weihnachtsmarkt fälschlicherweise für einen Obdachlosen gehalten wird, sorgten dabei für Amüsement bei den Schülerinnen und Schülern.

Die Aufmerksamkeit seines jugendlichen Publikums war Vorndran während seines gesamten Auftritts sicher, was nicht zuletzt seinen humoristischen Einlagen geschuldet war, so z.B. als er die Heranwachsenden nach ihren eigenen Erfahrungen mit Büchern im Zeitalter der zunehmenden Technisierung fragte: „Kennt ihr das noch… Blättern? … Das ist wie Scrollen … nur in 3D!"

Dass der 55-Jährige im aktuellen Programmflyer der Coburger Buchhandlung Riemann als „der Itz-Rebell" betitelt wurde, liegt nicht nur daran, dass der Rattelsdorfer in einer alten Mühle an der Itz lebt, sondern dass auch kaum ein Thema vor seinem Spott sicher ist. Vor allem die Hassfurter Autofahrer, von Vorndran als die „schlechtesten der Welt" und „permanente Verkehrstalibane" bezeichnet, bekamen ihr Fett weg: „Wer in Flensburg über 15 Punkte hat, bekommt automatisch ein Hassfurter Kennzeichen". Dazu, verklagt zu werden, habe dies alles jedoch noch nicht gereicht, dabei wäre so etwas doch eine gute Werbung für seine Bücher, witzelte der Autor mit schelmischem Bedauern.

Am Ende ermunterte Vorndran, der in seinen Werken ganz zentral mit dem Fränkischen arbeitet, die Schüler noch dazu, ihren Dialekt nicht zugunsten der Hochsprache zu verleugnen. „Red´ so, wie ihrs daham gelernt habt!" – so die zentrale Botschaft des „Itz-Rebellen".

 - StRin Birgit Göckel