Den begeisterten Zuschauern den Marsch geblasen

 

Mit über 100 Mitwirkenden auf und neben der kleinen Studiobühne des Frankenwald-Gymnasiums entführen die Unterstufenschüler mit zwei unterschiedlichen Besetzungen und unter der Regie von Stefanie Huber an vier Abenden die Theaterbesucher in die Welt von Otfried Preußlers Kinderklassiker „Die kleine Hexe“

Es gibt Theaterabende, da liefert bereits das Programmheft den eindeutigen Hinweis auf eine bemerkenswerte Vorstellung. Ende der vergangenen Woche war das am Frankenwald-Gymnasium bei den insgesamt vier Aufführungen von Otfried Preußlers „Die kleine Hexe“ durch die Theatergruppe der Unterstufe nicht anders. Über 100 mitwirkende Schülerinnen und Schüler waren da aufgelistet. Unter ihnen natürlich zahlreiche Darsteller, aber mindestens genauso viele Bühnen- und Maskenbildner sowie Ton- und Bühnentechniker. Hinzu kam noch ein fulminantes Blasorchester – alles fest in Schülerhand! Im Hinblick auf die beengten Verhältnisse auf und abseits der kleinen Studiobühne im zweiten Stock des FWGs durfte man sich da schon im Vorfeld die Frage stellen: Wie soll das nur funktionieren? Die Antwort: mit Hexerei!

 

In dieser Hinsicht war dann wohl auch Studienrätin Stefanie Huber die „Hexenmeisterin“ dieses „Bühnenzaubers“. Die Regisseurin hatte es auch in diesem Jahr geschafft, aus der Vielzahl an Personen und Aufgaben am Ende eine meisterliche Gesamtleistung zu zaubern. Immerhin hatten sich auch 2016 wieder derart viele junge Schauspieltalente der 5. bis 7. Klassen für die Theatergruppe gemeldet, dass die Regisseurin die vier Abende von zwei unterschiedlichen Besetzungen gestalten ließ. Unterstützt wurde Stefanie Huber bei dieser Mammutaufgabe von Kunstlehrerin Alexandra Reiter, die zusammen mit ihrem P-Seminar „Bühnenbild“ der Q11 die künstlerische Leitung innehatte. Sie lieferten zusammen mit der Bühnenbild AG eine eindrucksvolle Kulisse und den passenden Rahmen für vier eindrucksvolle Theaterabende.

Im Zentrum all dessen stand natürlich Preußlers namenlose Heldin: die kleine Hexe. Mit ihren gerade einmal 127 Jahren hat sie vor allem einen Traum: einmal am Walpurgistanz teilzunehmen. Die anderen und deutlich älteren Hexen sind skeptisch, geben aber der kleinen Hexe und ihrem treuen Freund und Begleiter, dem Raben Abraxas, eine Chance: Die kleine Hexe muss unter Beweis stellen, dass sie eine gute Hexe ist. Für die kleine Hexe ist damit klar: Sie schwingt fortan den Zauberstab für die Armen und ärgert nur allzu gern die Bösen mit ihren Zauberkünsten. Dazu zählt beispielsweise der Revierförster, der wohl von der letzten Forstreform so verärgert ist, dass er den armen Holzweibern das überlebenswichtige Brennholz abnimmt. Die kleine Hexe reagiert „zauberhaft“, und wenig später ist der Förster so handzahm, dass er sogar zum Brennholzlieferanten mutiert. Über ähnliche Zauberkünste freuen sich später auch ein Blumenmädchen, der Maronimann und sogar ein Schneemann und der Ochse Korbinian. All dies bietet viel Raum und Gelegenheit zum Lachen und Staunen - auch weil die tollen Leistungen der jungen Schauspieltalente dafür sorgen. Und die vielen liebevollen Details, beispielsweise in der Bühnen- und Kostümgestaltung, tragen ihren Teil dazu bei. Förmlich aus den Sitzen werden die Zuschauer gerissen, als ein schuleigenes Blasorchester zum Marsch und somit zum Schützenfest auf der Bühne aufspielt. So viel gute Laune steckt auch die kleine Hexe an, doch die wird vom Hexenrat auf den Boden der Tatsachen geholt, als dieser ihr unmissverständlich klarmacht, dass man unter einer „guten“ Hexe etwas ganz anderes verstanden hätte. Der drohenden Strafe entgeht die kleine Hexe, weil sie eben auch ein ganz schlaue Hexe ist. Die fiesen alten Hexen werden kurzerhand „entzaubert“. Das kommt nicht nur bei den vielen jungen Theaterbesuchern an. Auch die Großen sind hellauf begeistert. Minutenlanger Applaus ist die Folge und die junge Schauspieltruppe darf sich sicher mit ihrer Regisseurin sicher sein: Diese zauberhafte Leistung war keine Hexerei!

-mts-

 

Hauptrollen:

Kleine Hexe: Janina Hellgeth / Miriam Ginevrino

Abraxas: Mika Hofmann / Alicia Krause

Muhme Rumpumpel: Katharina Schuster / Leonie Liebermann

Oberhexe: Maya Thron / Inga-Carina Zänker