Sanfter Harfenklang und harte Gitarrenriffs

 

Bereits zum dritten Mal bietet das Frühlingskonzert des Frankenwald-Gymnasiums den Solisten und den kleineren Ensembles der Schule eine kleine Bühne für die ganz großen musikalischen Momente. Das Ergebnis ist ein Programm, das vom besinnlichen Harfenklang bis zur röhrenden Rockgitarre alles zu bieten hat.

Die jungen Gestalter der kleinen Bühne in der Pausenhalle des Frankenwald-Gymnasiums hatten am vergangenen Donnerstagabend ein ganz feines Gespür bewiesen: Die Schülerinnen und Schüler der Klassen 6b und 6c hatten für die Kulisse bunte Flügel entworfen. Und diese Flügel zogen sich wie ein Leitmotiv durch den bemerkenswerten Konzertabend. Das Frühlingskonzert des FWGs bot nämlich dank der dargebotenen Vielfalt und des musikalischen Niveaus in der Tat beflügelnde Momente, die den zahlreichen Konzertbesuchern einen beschwingten Frühlingsabend im Zeichen der Musik ermöglichten.

 

Ein gutes Händchen bewies auch die Fachschaft Musik des Frankenwald-Gymnasiums unter der Regie von Stefanie Bär. Denn sie koordinierten die zahlreichen Schüleranfragen und gestalteten zusammen mit den jüngeren Künstlern auch einen Programmablauf, der nicht nur die musikalische Qualität am FWG dokumentierte, sondern auch einen nahezu dramatischen Verlauf bot.

Und auch das Konzept, dass Schüler des FWGs durch das Programm führten, ging in diesem Jahr erneut voll auf. Das lag vor allem an der charmanten Art von Melanie Eichhorn und Lucas Brehm, beide Q11, die den Konzertabend mit kleinen informativen Einblicke in Werke und Kompositionen bereicherten, aber auch dank ihrer Kurz-Interviews mit den jungen Künstlerinnen und Künstlern sowie mit kleinen „Nachhilfe-Einheiten“ beim Publikum für beste Unterhaltung und Kurzweil sorgten.

Der erste Teil des Konzerts widmete sich fast ausschließlich den ruhigen Tönen der klassischen Musik. Außergewöhnliche Momente gab es dabei viele: Zum Beispiel beeindruckte Manuel Geißer aus der 6. Klasse mit der Darbietung von Luigi Castellacis „Danse ‚Monferine’“ an der Harfe. Im wahrsten Sinne des Wortes „ausgezeichnet“ fielen auch die Beiträge  des Gitarren-Duos um Marcel Schuberth (8. Klasse) und Franka Witthauer (Q11) aus, die ebenso wie das Trio um Katharina Lauer (Querflöte), Sabrina Buckreus (Oboe) und Sarah Buckreus (Fagott) bereits bei renommierten Wettbewerben, wie „Jugend musiziert“, diverse Preise erhalten haben. Und während beim Trio um Juliana Graf (Altblockflöte), Linda Stark (Violine) und Michael Geißer (Violoncello) oder beim Duo um Liese Schultheiß (Geige) und Ina Sieglin (Klavier) bei der instrumentalen Zusammensetzung Vielfalt Trumpf war und Florian Jungkunz am Klavier mit „Waldszenen“ von Robert Schumann begeisterte, zeigte sich auch, dass das FWG über eine Vielzahl an hervorragenden Gitarrenspielern verfügt. Dies galt neben Laura Pfadenhauer (7. Klasse) vor allem für Luca Bauer (Q12) bei seinen atemberaubenden Themenvariationen zu Fernando Sors „Marlborough“ und für Lina Prell. Mit ihren ruhigen und einfühlsam Klängen aus Ruiz-Pipos „Cancion y Danza No.1“ wurde die Pausenhalle des FWGs in diesem ersten Teil endgültig zum Ort eines wahren Kammerkonzerts. Dieser Eindruck wurde dann noch durch Joseph Küffners „Introduktion“ und der Darbietung durch Anna Heuschmann an der Klarinette bestätigt. Die Schülerin der Q12 durchflog unter der Begleitung von Stefanie Bär am Klavier die anspruchsvollen Variationen des Themas derart sicher und ausdrucksstark, dass die Konzertbesucher sich sicher sein konnten, hier eine echte Ausnahmekönnerin vor sich zu haben.

Nach eine kurzen Pause war dann relativ schnell Schluss mit den ruhigen Momenten eines besinnlichen Frühlingsabends. Zuvor hatten noch Eva Diller (7. Klasse) am Klavier und Lena Brettel mit einer Eigenkomposition am Klavier für eben diese Augenblicke gesorgt, doch bereits mit dem Saxofon-Quintett wehte ein etwas anderer Wind durch den Frühlingsabend in der Pausenhalle. George Gershwins „Summertime“ setzte nämlich neben dem Jazz auch schon auf erste Pop-Elemente, und der Stilwechsel wurde im direkten Anschluss durch das Percussion-Ensemble unter der Leitung von Ralf Probst weitergeführt. Endgültig in die Welt der Pop-Musik entführten dann Sara Wesolek (Gesang), Niklas Diller (Gitarre) und Florian Jungkunz (Klavier) mit ihrer Interpretation von „Angel with a shotgun“ von „The Cabs“, eher die Band „Lightning Forest“ mit zwei Songs der amerikanischen Punk-Band „Green Day“ und den damit verbundenen harten Gitarrenriffs die Bühne für sich in Beschlag nahmen. Die Flügel der Bühnengestalter ähnelten nun dem Musikstil entsprechend eher Kampfjetts als Engelsschwingen. Zuvor hatte die Band „Project“ noch für einen echten Höhepunkt gesorgt. Denn Bandleader Niklas Diller hatte mit „Sultans of Swing“ von den Dire Straits nicht nur ein sehr bekanntes, sondern eben auch sehr anspruchsvolles Stück zeitgenössischer Rockmusik ausgewählt. Die junge Band schaffte es dabei auf vortreffliche Art und Weise, die Leichtigkeit ihrer Vorbilder auf die Bühne zu zaubern, was vor allem für Niklas Diller selbst galt, der die Gitarrensoli eines Mark Knopfler mit bemerkenswerter Sicherheit anstimmte. Dafür gab es auffällig lauten Zwischenapplaus, der nur noch durch den lang anhaltenden Applaus am Ende des Konzerts ‚getoppt’ wurde.

Ein ganz besonders Dankeschön erhielten die jungen Musikerinnen und Musiker sowie die zahlreichen Helfer im Hintergrund von den Musiklehrkräften: Christiane Stömer-Rauh, Stefanie Bär und Ralf Probst überreichten den sichtlich stolzen Künstlern Rosen als Zeichen der Anerkennung und Wertschätzung. Die begeisterten Zuhörer entließen die jungen Künstler aber erst, nachdem Musiklehrerin Stefanie Bär am Ende ein Versprechen abgegeben hatte: „Wir sehen uns beim Sommerkonzert, beim Adventskonzert und ganz bestimmt im nächsten Jahr bei einer Neuauflage des Frühlingskonzert wieder!“

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Ensemble / Bands: Saxofon-Quintett: Felix Knöchel, Elisabeth Kestel, Jana Heinritz, Katharina Lauer, Sarah Buckreus; Percussion-Ensemble: Anna Pfadenhauer, Sven Schnappauf, Sebastian Marx, Jana Brauer, Maximilian Daum, Philipp Gundermann, Marcel Schuberth;

Band „Lightning Forest“: Jonas Haderlein, Lars Hofmann, Simon Schnabrich, Johannes Schrepfer; Band „Project“: Niklas Diller, Luca Bauer, Luisa Detzel, Manuel Schnappauf.

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