Brasilianischer Besuch am Frankenwaldgymnasium

 

Bischof Santin aus dem brasilianischen Partnerbistum der Diözese Bamberg, Óbidos, war zu Gast am Kronacher Schulzentrum. Dabei stellte er Gymnasiasten des FWG und Realschülern der RS II die Projekte der Misereor-Fastenaktion vor, die heuer Brasilien im Blickfeld hat.   

 

Rund 10.000 Kilometer entfernt von der Heimat des Bischofs freuten sich zunächst vier zehnte Klassen des FWG als auch anschließend zwei neunte Klassen der RS II mit ihren Religionslehrern über den hohen Besuch. Aufmerksam lauschten sie anschließend den Berichten des Bischofs, der derzeit als Gast des katholischen Hilfswerks Misereor in der Diözese unter anderem auch in verschiedenen Schulen unterwegs ist – so auch am 22.02.2016 am Kronacher Schulzentrum.

726 Quadratkilometer misst der von der brasilianischen Regierung geplante Stausee in Nordbrasilien am Fluss Tapajós, ein südlicher Nebenfluss des Amazonas. 53 Meter hoch würde dann eine gewaltige Staumauer aufragen, die den Fluss stauen und das Land überfluten würde. Durch den Bau von insgesamt fünf Großstaudämmen soll Energie erzeugt und der Fluss für die Binnenschifffahrt besser erschlossen werden. Durch den Großstaudamm São Luiz do Tapajós wären 80.000 Menschen in der Region betroffen. „Hier ist die Heimat von Tausenden Kleinbauern und Fischern sowie dem Volk der Munduruku“, informierte der Bischof. Wo diese bleiben sollten, sei ungewiss und auch, wovon sie dann leben würden. Die CPT, die Landpastoral des Bistums Itaituba, kämpfe mit den Menschen der Region gegen den Staudammbau und berate die Kleinbauern und Munduruku über ihre Rechte auf Wohnen und auf kulturelle Selbstbestimmung. Die CPT werde dabei vom bischöflichen Hilfswerk Misereor im Rahmen der diesjährigen - nunmehr bereits 58. - Fastenaktion unterstützt, die heuer unter dem biblischen Leitwort „Das Recht ströme wie Wasser“ steht.  Laut Bischof Santin stelle der geplante Staudamm eine große Bedrohung für die indigene Bevölkerung dar. So verliere diese, wenn sie ihr Land verlassen müsse, nicht nur ihren Grund und Boden, sondern auch einen großen Teil ihrer Kultur. Politisch gewolltes Wirtschaftswachstum gehe hier über die Rechte der Armen hinweg und raube ihnen die Lebensgrundlage. „Die kleinen Leute profitieren von dem Bau nicht, sondern nur die großen Firmen“, bedauerte er. Man bedenke nicht die schädlichen Auswirkungen auf die Umwelt man suche nicht nach Alternativen – so beispielsweise eine technologische Überarbeitung der bereits vorhandenen Anlagen oder auch andere Energieformen wie Windkraft

Begleitet wurde der brasilianische Gast - neben einer Dolmetscherin - auch von Pater Roberto Turyamureeba. Der aus Uganda stammende Missionar war viele Schülern noch von seinem - auf Initiative vom Religionslehrer der RS II, Alfred Zwosta, zustande gekommenen - Besuch vom letzten Jahr bekannt. Entsprechend groß war die Wiedersehensfreude. „Der ist cool“, war beispielsweise in Reihen des jungen Publikums zu hören. Seit März 2013 ist der Pater für die Bildungsarbeit im Referat „Weltkirche“ des Erzbischöflichen Ordinariats in Bamberg angestellt. Seitdem bereist er das Erzbistum, er hält Vorträge, macht Schulbesuche und feiert insbesondere Jugend-Gottesdienste mit weltkirchlichem Akzent.