Kronacher Medienscouts bei Bundesjugendkonferenz

 

Drei Tage lang nahmen die „Medienscouts“ des Frankenwald-Gymnasiums an der 1. Bundesjugendkonferenz Medien in Rostock teil. Die Inhalte, die sie dort von anerkannten Experten zum Thema „Digitale Medien“ erhalten haben, wollen sie nun an ihre Mitschüler weitergeben.

Die Fakten sind alarmierend: 15% der Kinder und Jugendlichen in Deutschland haben schon einmal mit ihrem Smartphone sexuelle Inhalte in Textform, aber auch in Bildern und Filmen von sich verschickt. Tendenz steigend. Der Fachbegriff hierfür lautet „Sexting“. „Erwachsene und ältere Jugendliche manipulieren Kinder und Heranwachsende und entlocken ihnen ganz gezielt solche Sexting-Fotos und –Filme. Anschließend werden sie damit sogar erpresst “, erläutert Julia von Weiler und fügt hinzu: „Das Smartphone ist dabei das ultimative Werkzeug für potenzielle Straftäter.“

Die deutschlandweit bekannte Vertreterin des Vereins „Innocence in Danger“ ist eine der hochkarätigen Experten, die im Rahmen der ersten Bundesjungendkonferenz Medien in Rostock am vergangenen Wochenende 120 Medienscouts aus ganz Deutschland wichtige Fakten rund um das Thema der digitalen Medien vermittelt haben. Unter den Teilnehmern dieser Konferenz waren auch acht Medienscouts des Frankenwald-Gymnasiums. „Die dreitätige Konferenz in Rostock war für uns reich an Erfahrungen und Erkenntnissen und wird unsere Arbeit als Medienscouts am FWG nachhaltig bereichern“, ist sich Laura Hellgeth sicher. Die 15-jährige Schülerin wurde wie die sieben anderen in Rostock anwesenden FWG-Medienscouts vor etwa einem Jahr für ihre Rolle als „Medienberater“ ausgebildet und steht seitdem im Sinne der „Peer-to-Peer-Education“ (Schüler bilden Schüler aus) ihren Mitschülern am FWG als „Medienexpertin auf Augenhöhe“ zur Seite. Begleitet wurden die Kronacher Medienscouts von ihrer betreuenden Lehrkraft Matthias Schneider und von Peter Bürgin. Der Kulmbacher Peter Bürgin hatte vor drei Jahren zusammen mit einem Team um Alfons Hrubesch die Ausbildung von über 70 Schülerinnen und Schüler zu Medienscouts in den vier Landkreisen Kronach, Coburg, Kulmbach und Lichtenfels ins Rollen gebracht. Unter dem neugegründeten Opferschutzverband „Opferhilfe Oberfranken“ (OHO) wollen Bürgin und seine Mitstreiter auch in Zukunft die Einrichtung der Medienscouts an den Schulen vorantreiben – gemäß ihrer Zielsetzung „Prävention ist der beste Opferschutz“.

Die lange Reise vom Frankenwald an die Ostsee hatte sich für die Kronacher Medienscouts auf jeden Fall gelohnt. Sexting als Beispiel für sexualisierte Gewalt im Netz war nur eines von vielen Themen, die den 120 Medienscouts aus ganz Deutschland vermittelt wurden. „Die heutige Jungend ist die erste Generation, die mit mobilem Internet und sozialen Netzwerken aufwächst“, sagte die Rostocker Rechtsanwältin Gesa Stückmann, die maßgeblich an der Organisation und Umsetzung der ersten Bundesjungendkonferenz Medien beteiligt war. „Zweifellos profitieren die Jugendlichen von den neuen medialen Möglichkeiten, teils verheerende Nebenwirkungen sind aber nicht ausgeschlossen“, machte Gesa Stückmann den Konferenzteilnehmern immer wieder klar. Weitere Themen der Konferenz waren unter anderem Fragen rund um das Urheberrecht, die potenzielle Suchtgefahr der digitalen Medien, der zunehmende Rechtsradikalismus im Netz oder die Ursachen und Folgen des Cybermobbings. „Spannend waren neben dem inhaltlichen Input vor allem die Begegnungen und der Erfahrungsaustausch der Jugendlichen aus den elf teilnehmenden Bundesländern“, erklärte der 16-jährige Maik Muhozi nach den drei anstrengenden, aber auch ungemein spannenden Tagen in Rostock. „Gemeinsam wollen wir uns als Medienscouts nun bundesweit vernetzen, um über den Austausch von Materialien und Ideen immer wieder neue Impulse für unsere Arbeit an den Schulen zu erhalten“, so Maik, der ebenfalls seit einem Jahr Medienscout am FWG ist.

Für die kommenden Monate haben sich die Medienscouts am FWG für den Bereich der Medienerziehung ihrer Mitschüler einiges vorgenommen. Neben dem bereits ausgearbeiteten WhatsApp-Workshop für die Unterstufe wollen sie in Zukunft weiterhin über die Gefahren des Cybermobbings informieren und mit der Suchtgefahr digitaler Medien einen neuen inhaltlichen Schwerpunkt erarbeiten. Dass sie mit ihrer Arbeit vor Ort einen enorm wichtigen Beitrag zur Medienerziehung von Kindern und Jugendlichen leisten, bekamen die acht Kronacher Medienscouts nicht zuletzt durch die in Rostock anwesenden Vertreter aus Politik, Justiz, Schule und Wirtschaft vermittelt. „Rostock war für uns eine weitere Bestätigung dafür, dass wir als Medienscouts an unseren Schulen wirklich etwas bewegen können“, lautete das vielleicht wichtigste Fazit der Kronacher Medienscouts am Ende der dreitägigen Konferenz.

-mts-