„Jetzt kann Weihnachten kommen!“

 

Beim Adventskonzert des Frankenwald-Gymnasiums bestätigen und bekräftigen Chöre und Ensembles den Eindruck der Vorjahre: Das musikalische Niveau am FWG ist bemerkenswert. Für die zahlreichen Besucher wird der Konzertabend somit ein ganz besonderes Erlebnis zwischen ruhiger Besinnung und unbändiger Vorfreude auf das große Fest.

 

Kronach. Es war schlichtweg das Bild des Abends: Über 150 Sängerinnen und Sänger sowie junge Musikerinnen und Musiker versammeln sich vor dem Altarraum der Stadtpfarrkirche und stimmen gemeinsam und mit einem dementsprechenden Klangvolumen Georg Friedrich Händels„ Joy to the world!“ an. Als der Schlussakkord verklingt, erhebt sich ein nicht minder lautstarker Applaus der begeisterten Konzertbesucher. Doch nicht nur die imposante Rekordzahl an jungen Künstlern sondern vor allem die hohe musikalische Klasse des gesamten Abends hinterließ einen nachhaltigen Eindruck.

 

Dieser schien sich auch schon im Vorfeld des Adventskonzertes herumgesprochen zu haben, denn in der bis auf den letzten Platz gefüllten Stadtpfarrkirche hatten sich nicht nur Mitglieder der Schulfamilie des FWGs versammelt, sondern auch zahlreiche Gäste, die sich diese beeindruckende musikalische Mischung aus adventlicher Besinnlichkeit und grenzenloser Vorfreude auf das Weihnachtsfest nicht entgehen lassen wollten.

„Hätten Sie mich heute Morgen gefragt, ob ich schon bereit für das Weihnachtsfest bin, hätte ich mit einem Kopfschütteln antworten müssen. Nach diesem eindrucksvollen Konzertabend geht es mir ganz anders: Jetzt kann Weihnachten kommen!“ sprach Schulleiter Dr. Klaus Morsch am Ende des Konzerts vielen Anwesenden aus der Seele. „Ich bin stolz, Schulleiter einer Schule sein zu dürfen, an der eine solch große Musikalität herrscht“, so Dr. Morsch weiter. Natürlich wusste der Schulleiter auch, bei wem er sich neben den Ausführenden  hierfür besonders zu bedanken hatte: Die Musiklehrkräfte Ralf Probst, Christiane Stömer-Rauh und Stefanie Bär hatten über Wochen und Monate hinweg mit den verschiedenen Gruppen auf diesen Abend intensiv hingearbeitet. Nach dem Konzert stand den drei Lehrkräften die Freude über den absolut gelungenen Abend förmlich ins Gesicht geschrieben.

Dabei ging auch in diesem Jahr die Rechnung der musikalischen Leitung voll auf, neben Bewährtem auch auf Überraschungsmomente zu setzen. Einen ersten solchen Moment gab es bereits nach dem Orgelauftakt von Florian Jungkunz zu Domenico Zipoils „Pastorale“: In die komplett verdunkelte Kirche trugen die Sängerinnen des Unterstufenchores unter der Begleitung eines Instrumentalensembles Kerzenlicht in das Gotteshaus. Der Choral „O Heiland, reiß die Himmel auf“ erhielt damit eine ganz besondere Wirkung. Überhaupt setzte der Chor der 5. bis 7. Klassen unter Leitung von Stefanie Bär gleich zu Beginn einen echten Höhepunkt, weil er auch Telemanns „Ich will den Herrn loben“ mit einem derart homogenen Klangbild darbot, wie man es von Schülerinnen in diesem Alter wohl kaum erwartet hätte.

Ganz ähnlich war es beim „Kleinen Orchester“ (Leitung: Stefanie Bär), das auch aus Schülerinnen und Schülern der jüngeren Klassen bestand. Sie sorgten bei Johann Sebastian Bachs „Marsch“ und Menuett“ mit Pauken und Trompeten für große Momente und mussten sich mit ihrer Leistung nicht hinter dem „Großen Orchester“ verstecken. Dieses hatte unter Federführung von Christiane Stömer-Rauh das umfangreichste Programm des Abends einstudiert und untermauerte mit Stücken aus drei Jahrhunderten das eigene musikalische Können und hatte mit Felicianos „Feliz Navidad“ auch gleich den ersten Ohrwurm des Abends parat.

Dabei wurde das Orchester zwischenzeitlich vom Percussion-Ensemble des FWGs (Leitung: Ralf Probst) unterstützt, das kurz zuvor am Marimbaphon noch selbst im Mittelpunkt gestanden hatte und auch hier von einem Streichquartett begleitet wurde. Ohne eine solche Unterstützung beeindruckte das Vokalensemble der Oberstufe bei „A little Prayer“ von Tobias Resch, wie auch das Gesangstrio (Sophie und Chiara Mitter und Theresa Pietz) bei Humperdincks „Weihnachten“ unter der Klavierbegleitung von Florian Jungkunz.

Eine weitere Überraschung bot der Auftritt des Lehrerchors: Die 20 Lehrkräfte hatten sich nämlich für „O Jesulein zart“ und „In the bleak midwinter“ zusammen mit Chorleiterin Stefanie Bär auf der Empore der Stadtpfarrkirche positioniert und sorgten somit quasi aus dem Hintergrund für einen akustischen Höhepunkt des Abends.

Den musikalisch sicherlich effektivsten „Aha-Effekt“ verkörperte einmal mehr die „Big Band“ des FWGs unter der Leitung von Stefanie Bär, die bereits mit dem ersten Akkord zu „O come all ye faithful“ mehr als deutlich machte: „Jetzt ist mal kurzfristig Schluss mit all dieser Gefühlsduselei!“ An deren Stelle stand jetzt der Swing, der von dem Ensemble sowohl beim „Santa Baby“ als auch beim „Jingle Bells“ vortrefflich umgesetzt wurde. Der Kontrapunkt hierzu folgte wiederum ganz bewusst: Beim Mittel- und Oberstufenchor (Leitung: Christiane Stömer-Rauh) stand, wie beispielsweise beim „Benedictus“ von Brian Lewis, wieder die Besinnlichkeit an erster Stelle. Das abschließende „Joy to the world“ hatte dann aber natürlich die wichtigste Botschaft des Abend und der kommenden Tage parat: „Freuet euch all’, der Herr ist da!“

-mts-