Mit Kaiserin Sissi am Lagerfeuer

Auch bei der zweiten Auflage des Frühjahrskonzerts des Frankenwald-Gymnasiums nutzen zahlreiche Solisten die Chance, ihr Können einem breiteren Publikum vorzustellen

Am Ende stand eine symbolhafte Geste: Christiane Stömer-Rauh, Stefanie Bär, Ulrike Gossel und Ralf Probst, allesamt Musiklehrer am Frankenwald-Gymnasium, überreichten nach dem Frühjahrskonzert in der Aula des Frankenwald-Gymnasiums ihren Schülerinnen und Schülern bunte Rosen. Die dahinter steckende Botschaft war unmissverständlich: Die Lehrkräfte waren stolz und begeistert vom Engagement und der Leistung, die ihrer Schützlinge an jenem Abend unter Beweis gestellt hatten. Immerhin standen sie als Solisten oder in kleinen Ensembles allein im Rampenlicht der liebevoll gestalteten Bühne und untermauerten in einem musikalisch anspruchsvollen wie abwechslungsreichen Konzertabend das hohe musikalische Niveau, das am FWG herrscht. Schulleiter Dr. Klaus Morsch fand hierzu die passenden Worte der Anerkennung: „Bleibt eurem musikalischen Talent und Engagement treu. Ihr bereichert damit nicht nur euch selbst, sondern auch uns als euer Publikum.“

 

In der Tat darf man das Frühjahrskonzert bereits nach dessen zweiter Auflage als eine echte Bereicherung des Schullebens am FWG ansehen. Während beim traditionellen Sommerkonzert der Schule die Chöre und Bands im Mittelpunkt stehen, bot das Frühjahrskonzert auch in diesem Jahr die Möglichkeit, die individuelle Qualität der Musikerinnen und Musiker zu beleuchten. Dabei gab es dank noch nie vertretener Instrumente und Ensembles neue Akzente im Programm. Sprichwörtlich „Ausgezeichnet“ gestaltete sich der erste Programmteil, der sich vorrangig dem klassischen Repertoire widmete.

Auch dank der hervorragenden Arbeit an der Kronacher Musikschule standen nämlich zahlreiche Musikerinnen und Musiker auf der Bühne, die äußerst erfolgreich am renommierten Wettbewerb „Jugend musiziert“ teilgenommen haben. „Musikalische Spitzenleistungen gab es schon immer am FWG – aber nicht in dieser Fülle“, kommentierte ein erfahrender FWG-Konzertbesucher die Vielzahl an bemerkenswerten Darbietungen.

Zu diesen „Spitzen“ gehört zweifelsohne Marcel Schuberth. Der Siebtklässler hat sich mit seiner Gitarre sogar für die Bundesebene des Wettbewerbs „Jugend musiziert“ qualifiziert und untermauerte auch an diesem Abend sein Können mit der „Etüde Nr. 14“ von Maximo Diego Pujol. Ihre Erfolge auf der Landesebene unterstrichen zudem Juliana Graf (Blockflöte), Franka Witthauer (Gitarre), Lina Prell (Gitarre), Sarah Buckreus (Fagott), Florian Jungkunz (Klavier) und Katharina Lauer (Querflöte).

Die „Stars von morgen“ fanden ebenfalls ihren Platz im ersten Programmteil. Zu ihnen zählt sicherlich der jüngste Musiker des Abends: Manuel Geißer aus der 5. Klasse zauberte sprichwörtlich einen „Sonnenaufgang“ aus der Feder von Christoph Pampuch in die Aula der Schule und ermöglichte zeitgleich die erste Premiere des Abends: Noch nie durfte man am FWG einer Harfe lauschen.

Fest zum Inventar der Schule gehört hingegen die Klarinette von Anna Heuschmann, die mit dem Konzert in f-Moll von Carl Maria von Weber einen ganz besonderen Moment des Abend gestaltete. Dieser konnte eigentlich nur noch von einem königlichen Auftritt ‚getoppt’ werden. Und tatsächlich erwies Kaiserin „Sissi“ dem FWG die Ehre: Sophie Mitter präsentierte im weißen Prinzessinnengewand „Ich gehör’ nur mir“ aus dem Musical  „Elisabeth“ von Sylvester Levay und sorgte unter der Klavierbegleitung von Florian Jungkunz mit toller Stimme und eindrucksvoller Gestik für ganz großes „Musical-Flair“ auf der kleinen Bühne der Schule.

Der zweite Programmteil widmete sich dann ganz der zeitgenössischen Musik, vornehmlich im Gewand des Rock und Pop. Die charmante Moderation von vier Schülerinnen und Schülern sorgte weiterhin für Kurzweile, indem sie neben den Informationen zu den jeweiligen Musikstücken vor allem die Biographie der jungen Künstler in den Mittelpunkt stellten. Musikalisch bestimmten weiter die eher ruhigen Klänge mittels Balladen das Programm. Echte Premieren gab es auch hier: Mit den beiden Bands „Project“ und „Lightning Forest“ stellten sich beispielsweise zwei ganz neue Formationen dem Publikum vor. Den dabei aufkommenden Schwung setzte das Percussion-Ensemble fort, das zugleich dem Begriff der Schulfamilie am FWG ein eindrucksvolles Bild verlieh. Denn inmitten der Unterstufenschüler zupfte zu Eric Claptons „Signe“ der dritte Schulleiter des FWGs, Studiendirektor Christoph Först, leidenschaftlich die Saiten seiner Bassgitarre.

Den passenden Schlussakkord zu dem ereignisreichen Konzertabend gestalteten Lina Prell und Sophia Malter an der Gitarre mit ihrer Auswahl an „Lagerfeuer-Songs“. „Wir haben uns gedacht, dass wir den Abschluss dieses Frühlingsabends gemeinsam mit Ihnen gestalten“, erklärte Sophia Malter. Und das Publikum ließ sich nicht zweimal bitten, in Begleitung des Gitarren-Duos Lagerfeuer-Klassiker von Johnny Cash und Lynryd Skynyrd anzustimmen, was dem kurzweiligen und unterhaltsamen Konzertabend zu einem weiteren Höhepunkt verhalf.

Dass auch bei zukünftigen Konzerten des FWGs mit viel Abwechslung zu rechnen sein wird, machte eine Spende des Vereins der Freunde des Frankenwald-Gymnasiums deutlich. Im Rahmen des Konzerts übergaben Mitglieder des Vereins ein Marimbaphon an die Schulleitung. „Dieses nicht alltägliche Instrument stand schon lange auf der Wunschliste der Musik-Fachschaft der Schule, und wir sind froh, diesen Wunsch heute offiziell zu erfüllen“, erläuterte Vereinsmitglied Gerhard Müller unter dem Applaus des Publikums die großzügige Spende an das FWG.

-mts-