"Macht hoch die Tür!"


Beim Adventskonzert des Frankenwald-Gymnasiums verbreiten Chöre, Ensembles und Solisten neben viel Besinnlichem auch große Vorfreude auf das nahende Weihnachtsfest – und all dies auf einem bemerkenswert hohen musikalischen Niveau

 

Eigentlich herrschte am vergangenen Freitagabend ein Wetter, bei dem man den Schritt vor die Tür lieber nicht wagen sollte. Und doch stellte Dr. Klaus Morsch, Schulleiter des Frankenwald-Gymnasiums, bei seiner Begrüßung zum diesjährigen Adventskonzerts seiner Schule fest, dass die Stadtpfarrkirche „rappelvoll“ sei. „Unsere Schülerinnen und Schüler wollen Ihnen heute Abend zusammen mit ihren Lehrkräften ein musikalisches Geschenk zum nahenden Weihnachtsfest machen“, so der Schulleiter weiter. 105 musikalisch abwechslungsreiche Minuten später wussten alle in der Stadtpfarrkirche: Dieses Versprechen wurde eingelöst. Das Kommen hat sich vollends gelohnt!

 

Nachdrücklicher Beleg hierfür war der Choral „Macht hoch die Tür“, der zum Abschluss von allen Mitwirken und Konzertbesuchern gemeinsam angestimmt wurde. Die eindrucksvolle Botschaft, die sich dahinter verbarg: Spätestens jetzt sind wir bereit - der „Herr der Herrlichkeit“ kann einziehen.

Voraussetzung für diesen stimmungsvollen Abschluss waren die vorangegangenen Darbietungen, die Besinnliches und Festliches beinhalteten. Egal ob Solist, Ensemble, Chor oder Orchester – das musikalische Niveau aller Beiträge war bemerkenswert hoch. Vor allem die Solisten sorgten für die ruhigen Momente des Konzertabends. Mit Domenico Zipolis „Pastorale“ eröffnete Lara Mühlherr an der Orgel das Konzert auf sehr einfühlsame Art und Weise, und auch die zarten Gitarrenklänge von Franka Witthauer bei der „Ouverture“ von Jan Antonin Losy luden zum Träumen ein. Einen ersten Blick auf die Krippe im Stall ermöglichten sowohl die Chorklasse 6c unter der Leitung von Grit Pehle als auch der Unterstufenchor (Leitung: Stefanie Bär) mit Auszügen aus dem Weihnachtsmusical „Am Himmel geht ein Fenster auf“ und einer Zusammenstellung von drei Chorälen, bei denen der Unterstufenchor in mehrstimmigen Arrangements ein bemerkenswertes Klangvolumen in den Altarraum der Stadtpfarrkirche zauberte.

Nicht anders verhielt es sich bei den Darbietungen der beiden Orchester, wobei sich das „Große“ von dem „Kleinen Orchester“ eigentlich nur hinsichtlich des Alters der Musiker unterschied. Die Nachwuchsmusiker aus der Unterstufe begeisterten mit einem „Weihnachtslieder-Medley“, während die älteren Mitschüler mit zwei Tänzen aus Tschaikowskys „Nussknacker-Suite“ für einen echten Höhepunkt des Konzertabends sorgten.

Zum Abschluss des ersten Teils gab es für alle Konzertbesucher eine Überraschung und eine Premiere zugleich: Unter der Leitung von Christiane Stömer-Rauh stimmte ein 13köpfiger Lehrerchor das „Adeste fideles“ von John Francis Wade an. Das homogene und warme Klangbild des Chores führte zu einer Reaktion, mit der sich ein „Lehrkörper“eher selten konfrontiert sieht: ein lang anhaltender und anerkennender Applaus des Publikums!

Die Tür zum ausgelassenen Programmteil öffnete im direkten Anschluss das „Percussion Ensemble“, das mit Bandbegleitung und der Stimme von Sophia Malter eine ganz besondere Version von „O du fröhliche“ anstimmte. Verantwortlich für dieses peppige Arrangement war der Leiter der Gruppe, Musiklehrer Ralf Probst.

 

Ehe die „Big Band“ unter der Leitung von Stefanie Bär mit „Rudolph, the red-nosed reindeer“ und „Winter Wonderland“ im wahrsten Sinne des Wortes weitere beschwingte Momente ermöglichte, gab es zwei Beiträge, die sprichwörtlich unter die Haut gingen. Luisa Trebes sang in Begleitung von Lina Prell an der Gitarre, Florian Jungkunz am Klavier und Sophia Malter am Cajon zunächst das „Ave Maria“ in der Pop-Version von Beyonce Knowles und anschließend den Balladen-Klassiker „The Rose“ von Amanda McBroom. Die von diesen beiden Liedern ausgehende hohe Emotionalität konnte im Anschluss daran eigentlich nur noch vom Großen Chor „getoppt“ werden. Und erneut schaffte es Christiane Stömer-Rauh „ihrem“ Chor ein bewundernswertes Klangbild zu verleihen, das mit „Light the Lights“ oder „Joy on Christmas Morning“ den geschmückten Weihnachtsbaum im Altarraum der Stadtpfarrkirche noch heller zum Leuchten brachte.

Absoluter Höhe- und zugleich Schlusspunkt des Konzerts war der Choral „Jesus bleibet meine Freude“ von Johann Sebastian Bach. Nicht weniger als 100 Sänger und Musiker setzten damit dem musikalischen Geschenk, das Schulleiter Dr. Morsch bei seiner Begrüßung in Aussicht gestellt hatte, noch die Krone auf.

-mts-