„Solche Schüler wie euch brauchen wir in Bayern“

Die „Medienscouts“ stellen sich im Kultusministerium vor / Acht Medienscouts am FWG

Kronach. „Ich bin ein Medienscout, weil ich vor allem meinen jüngeren Mitschülern beim Umgang mit den neuen Medien helfend zur Seite stehen will!“ Als Felix Beierwaltes vom Frankenwald-Gymnasium Kronach diesen Satz äußert, ist er nicht allein. Hinter ihm stehen 60 weitere Schülerinnen und Schüler der weiterführenden Schulen aus den Landkreisen Kronach, Kulmbach und Lichtenfels. Auch sie sind, wie Felix, ausgebildete Medienscouts. Davon berichten sie stolz – und an höchster Stelle: Die Medienscouts sind zu Gast im Kultusministerium in München. Ein bisschen aufgeregt sind sie auch. Ministerialrat Dr. Ulrich Seiser hört sich an, was ihm Felix und die anderen Medienscouts zu berichten haben. Seine Einschätzung fällt eindeutig aus: „Es ist gut, dass ihr da seid. Denn eure Arbeit ist unglaublich wertvoll!“

Als Dr. Seiser als Referatsleiter am Kultusministerium seine Wertschätzung gegenüber den Schülerinnen und Schülern äußert, sind diese sichtlich stolz. Dies gilt auch für Alfons Hrubesch. Denn als Leiter der Außenstelle Kronach/Lichtenfels/Kulmbach des WEISSEN RING ist er mit seinem Team um Peter Bürgin hauptverantwortlich für die Idee zur Ausbildung der Medienscouts. Und er hat Wort gehalten. Denn nach der Ausbildung der Medienscouts im Rahmen eines zweitägigen Workshops auf Schloss Schney Anfang Juni hatte Hrubesch versprochen, dass die Arbeit und die Begeleitung der Medienscouts im neuen Schuljahr in die nächste Runde gehen würden. „Mit diesem Projekt und der dahinter steckenden Idee werden wir auch in Zukunft für Aufsehen sorgen.“ Der Besuch im Kultministerium war ein eindrucksvoller Beweis für diese Einschätzung, war aber auch zugleich Ansporn für die Jugendlichen, die Rolle und die damit verbundene Verantwortung eines Medienscouts weiterhin auszufüllen. Gerade weil das Fazit in München so positiv ausfiel, sahen sich alle Medienscouts in ihrem Tun bestärkt.

 

Dabei stellte die Stippvisite am Kultusministerium nur den Höhepunkt der zweitägigen Auftaktveranstaltung der Medienscouts zu Beginn des neuen Schuljahres dar. Zuvor reiste man gemeinsam mit zwei Bussen an den Walchensee, um in der dortigen Jugendherberge als Gruppe weiter zusammenzuwachsen, aber auch, um vom bisherigen Wirken an der jeweiligen Schule zu berichten. Und was die Medienscouts zusammen mit ihren begleitenden Lehrkräften da seit ihrer Ausbildung auf die Beine gestellt hatten, verblüffte das Team um Alfons Hrubesch geradezu. „Ich bin begeistert, wie viele Ideen ihr als Medienscouts zusammen mit euren Lehrern seit Juni an eurer Schule umgesetzt habt“, so Peter Bürgin, stellvertretender Außenstellenleiter des WEISSEN RING. Diese Ideen reichten von gemeinsam erstellten Workshops zum Thema „Cyber-Mobbing“ über Vorträge im Rahmen von Elternabenden bis hin zu Ausstellungen rund um das Thema einer verantwortungsbewussten und selbstbestimmten Mediennutzung. Alfons Hrubesch war sich sicher: „Mit dieser Art der Präventionsarbeit leistet ihr einen enorm wichtigen Beitrag zum Opferschutz!“ Und auch Dr. Seiser zeigte sich von diesem „vorbildlichen Engagement“ beeindruckt. „Dafür verdient ihr unsere absolute Hochachtung“, so der Ministerialrat.

Dabei steckten die Medienscouts während des zweitägigen Ausflugs in den Süden Bayerns auch den Rahmen für die weitere Arbeit an den Schulen ab. Demnach soll ein nächster Schwerpunkt in der Ausbildung der Medienscouts der verantwortungsvolle Umgang mit dem Smartphone sein. Geplant ist ein gemeinsamer Workshop im Februar 2015, der erneut vom WEISSEN RING organisiert und finanziert wird. „Das Thema ‚Smartphone’ ist bereits ab der 5. Klasse hoch brisant, und zusammen mit den Medienscouts können wir hier gefährlichen Trends frühzeitig entgegenwirken“, erklärten die begleitenden Lehrkräfte.

Interesse an den daraus erwachsenden Materialien signalisierte auch Dr. Seiser, indem er die Idee von Alfons Hrubesch aufgriff, dass sich die Medienscouts der drei oberfränkischen Landkreise mit dem Kultusministerium vernetzen könnten. „Wenn von euren Erfahrungen andere Schulen in Bayern profitieren können, dann sind wir gerne bereit, uns Gedanken über den Aufbau entsprechender Grundstrukturen zu machen“, so Dr. Seiser.

Und auch Anne-Rose Merz, Mitarbeiterin des Ministerialrats, hob abschließend das Engagement, den Mut und vor allem die damit bewiesene Reife der Medienscouts hervor. „Ich bin stolz auf euch und eure Arbeit. Solche Schüler wie euch brauchen wir in Bayern!“ Mit diesem Lob im Rücken machten sich die Medienscouts hoch motiviert auf den Rückweg in ihre oberfränkische Heimat.

-mts-

 

Zusatzinformation: WEISSER RING

Der gemeinnützige Verein zur Unterstützung von Kriminalitätsopfern und zur Verhütung von Straftaten hilft überall in Deutschland all jenen Menschen, die Opfer von Kriminalität und Gewalt geworden sind, und tritt öffentlich für die Interessen der Betroffenen ein.

-mts-