Siebtklässler auf den Spuren des fränkischen Barocks – Schloss Weißenstein in Pommersfelden

 

Dieses Schuljahr gab es für die 7. Klassen (am 18.07.) erstmals eine Exkursion im Fach Geschichte. Das Ziel war das Schloss Weißenstein in Pommersfelden. Nachdem die Schüler/innen im Unterricht bereits die Zeit des Absolutismus in Frankreich sowie Merkmale des Barock kennengelernt hatten, sollten sie einmal hautnah erleben, dass auch in Franken „Nachahmer“ des berühmten französischen Königs Ludwig XIV. zu finden sind. Ein Zeugnis für die Verehrung des Schlosses in Versailles findet man in Form des Schlosses Weißenstein. Dieses Schloss war die Sommerresidenz des Kurfürsten Lothar Franz von Schönborn (1655-1729). Es wurde innerhalb von sieben Jahren (1711-18) gebaut. Der Innenausbau dauerte noch weitere zehn Jahre. 

 

Nach Betreten des Innenhofes zeigten sich die Schüler/innen beeindruckt von der Größe des Hofes und des Schlosses selbst. Zunächst bekamen die Siebtklässler eine einstündige Führung durch die zahlreichen Räumlichkeiten des Schlosses, bei der die Schüler/innen nicht nur genau zuhören, sondern auch schriftlich Fragen auf einem eigens für die Exkursion zusammengestellten Fragenkatalog beantworten mussten. Die Besprechung dieser erfolgte in einer Unterrichtsstunde nach der Exkursion. Bezüglich der Führung sind die sehr gut erhaltenen bzw. zum Teil neu restaurierten Räume erwähnenswert, die vom Marmorsaal und dem Spiegelkabinett über das Zimmer des Kammerdieners bis zur Blumengalerie oder dem Speisesaal des Fürsten reichten. Nach der Führung fertigten die Siebtklässler Skizzen des Innenhofes (Symmetrie!) an und beantworteten schriftlich weitere Fragen zur Gestaltung der Außenfassade des Schlosses, zur Bepflanzung des Hofes und zum weitläufigen Park, der das Schloss umgibt. Nach diesen Aufgaben legten alle ihre Zettel beiseite und genossen ca. eineinhalb Stunden Freizeit im Schlosspark. Dieser erinnert nur noch teilweise an den früheren Barockgarten, bereits Anfang des 19. Jahrhunderts wurde er in einen englischen Landschaftspark umgewandelt, der von Hirschen und Rehen bevölkert ist. Nichtsdestotrotz kann man sich noch gut vorstellen, wie im 18. Jahrhundert die feinen Herrschaften in ihren prächtigen Kleidern zusammen mit ihrem Fürsten im Park lustwandelten, sich präsentierten und sich danach in der Muschelgrotte des Schlosses (ein Raum, der bewusst kühl gehalten wurde) abkühlten.

Auch wenn das fränkische Schloss von der Größe her nicht mit Versailles zu vergleichen ist, hat es dennoch in „Kleinformat“ all das zu bieten, was Frankreich im 17. und 18. Jahrhundert ausmachte: Prunk, Luxus, Reichtum, Macht und modernste Architektur.

Carolin Hofmann