Imposantes Auswärtsspiel

 

Bei seinem Sommerkonzert muss das Frankenwald-Gymnasium in die Maximilian-von-Welsch-Realschule ausweichen. Deren Aula bietet den passenden Rahmen für ein imposantes Auswärtsspiel der Chöre und Ensembles des FWGs, das vor allem eines vermittelt: die fröhlich-musikalische Seite des Sommers! 

Der Artikel wurde von Jill Werner und Dominik Richter verfasst. Die beiden Schüler der Q11 besuchen den Wahlkurs "Journalistisches Schreiben" am FWG 

Kronach. „Auch wenn das Wetter heute nicht so mitspielt – ich bin mir sicher, dass wir heute alle beschwingt nach Hause gehen werden.“ Dr. Klaus Morsch, Schulleiter des Frankenwald-Gymnasiums, hatte in seiner Begrüßung zum diesjährigen Sommerkonzert des FWGs nicht zu  viel versprochen. Denn nach zwei Stunden mitreißender Melodien und Gesänge gab es für die Darbietungen der Chöre und Ensembles des FWGs minutenlangen Applaus, und man gewann irgendwie den Eindruck, dass keiner so recht den zu Beginn angesprochenen Nachhauseweg einschlagen wollte. Das lag vor allem an der bemerkenswerten musikalischen Qualität der Darbietungen, aber eben auch an der Programmzusammenstellung, für die sich vor allem Christiane Stömer-Rauh und ihre Musikkollegin Stefanie Bär verantwortlich zeigten. Immer wieder gelang es den Interpreten den Zuhörern mit fröhlichen und eingängigen Melodien ein Lächeln auf die Lippen zu zaubern.

 

Großen Anteil daran hatte auch der äußere Rahmen des Konzertabends. Denn aufgrund der Sanierung des Kreiskulturraums war das FWG gezwungen, nach einem passenden Ausweichort zu suchen. Dass sich die Maximilian-von-Welsch-Realschule und deren Schulleitung bereiterklärt hatten, dem FWG diese Spielstätte zu Verfügung zu stellen, bezeichnete Dr. Klaus Morsch als absoluten Glücksfall. Beim Anblick der imposanten und neu gestalteten Aula der RS I konnte es sich der Schulleiter des FWGs mit Blick auf die momentanen Umbauarbeiten an seiner Schule nicht verkneifen zu betonen, dass er durchaus neidisch auf einen solchen Veranstaltungsort sei. Und in der Tat machte sich in der gut gefüllten Aula schnell die Atmosphäre eines großen Konzerthauses breit. Verantwortlich dafür waren die jungen Musiker und Sänger des FWGs, die diesen Raum mit großem Klangvolumen füllten. Der "Sommer" war dabei nicht nur Titel, sondern zugleich Leitmotiv des Konzertabends.

Somit lieferte das Schulorchester unter der Leitung von Stefanie Bär mit dem "Summer nights" aus dem Musical "Grease" gleich den passenden Auftakt und überzeugte auch beim anschließenden "The Music of the Night" aus dem "Phantom der Oper" mit einer bemerkenswert sauberen Intonation.

Dass der letzte Buchstabe beim "FWG" mittlerweile für "Gesang" stehen könnte, unterstrich die Vielzahl an Sängerinnen und Sängern, die auf die Einrichtung der Chorklassen am FWG zurückzuführen ist. Unter der Leitung von Grit Pehle setzte hier die 5c ein erstes Zeichen mit frohen und eingängigen Melodien, wie zum Beispiel beim "Summer Holiday". Neben einer eigenen kleinen Bandbegleitung hatten die jungen Sängerinnen und Sänger auch noch 23 Luftballons mit im Gepäck, die man am Ende von Nenas Hit "99 Luftballons" aufsteigen ließ. Die "23" stand dabei für die Größe der Klasse. Wenn man aber alle Sängerinnen und Sänger des Konzertabends zusammenzählt, hätten selbst Nenas 99 Luftballons nicht ausgereicht, denn wenig später betrat mit der 6c gleich die nächste Chorklasse die Bühne. Und nicht nur beim "Wie die Welt leuchtet" war unüberhörbar, welch große Entwicklung die Schülerinnen und Schüler in ihrer mittlerweile zweijährigen Chorausbildung bei Christiane Stömer-Rauh vollzogen haben. Sogar noch einen Schritt weiter in dieser Entwicklung ist der Unterstufenchor, der von Stefanie Bär geleitet wird. Besonders deutlich wurde dies beim "Sing mal wieder" aus der Feder der "Wise Guys". Titel und Art der musikalischen Umsetzung passten auch hier wieder perfekt zusammen.

Zwischen dieser Vielzahl an eher modernem Liedgut gab es aber auch etwas für die Freunde der klassischen Musik. Das Querflöten-Ensemble stimmte beispielsweise den "Türkischen Tanz" von Wolfgang Amadeus Mozart an, und auch das "Caprice for Clarintes" von Clare Grundman bot technisch anspruchsvolle Kost, die das Klarinetten-Ensemble mit tollem Zusammenspiel gekonnt meisterte. Die musikalische Botschaft blieb auch hier dieselbe: die Freude an der Leichtigkeit des Sommers.

 

Da die Solisten des FWGs ihren großen Auftritt bereits im Rahmen des Frühjahrskonzertes hatten, ging es nach der Pause nahtlos weiter mit beeindruckender Ensemble- und Chormusik. Höchste Anerkennung hatte sich dabei die "Big Band" des FWGs verdient. Denn was Musiklehrerin Stefanie Bär in etwas mehr als einem Jahr aus diesem Ensemble "herausgekitzelt" hat, kann man nur staunend bewundern. Mit unglaublicher Leichtigkeit und großem Gespür für Dynamik verwandelten die Musiker die Aula der RS I nahezu in einen Tanzsaal. Dabei gelang der Big Band mit großer rhythmischer Präzision selbst die Umsetzung des ungemein schweren 5/4-Takts beim mitreißend dargebotenen "Sunny" von Bobby Hebb und John Berry. Das Arrangement von "Mike Lewis" zum bekannten "Take Five" erlaubte es außerdem, dass beispielsweise David Staufer (Saxophon) oder Carolin Kremer (Trompete) auch ihr solistisches Können immer wieder unter Beweis stellten. Und nicht zuletzt mit dem "Via la vida" der britischen Popband "Coldplay" trafen die Musiker hinsichtlich der Botschaft des Abends erneut ins Schwarze: „Es lebe das Leben!“

Zum großen Finale hatte passender Weise der „Große Chor“ mit der Leiterin Christiane Stömer-Rauh seinen großen Auftritt. Mit der wunderschönen Ballade „I have a dream“, welche nur von den weiblichen Stimmen des Chores präsentiert wurde, wurde das Publikum zunächst verzaubert, um dann mit Verstärkung der Männerstimmen beim Medley „The Beat goes on“ endgültig aus den Sitzen gerissen zu werden. Das Stück fasste die Highlights von fünf Jahrzehnten Popmusik mit Liedern wie „Barbara Ann“, „Splish Splash“, „Beat It“ und „What a Feeling“  perfekt zusammen. Und dass das Publikum selbst nach diesem 20minütigen Auftritt noch nicht genug hatte, unterstrich die große Klasse des Chores.

„Ich bin sehr erleichtert und mit der Qualität des gesamten Abends sehr zufrieden“, stellte Christiane Stömer-Rauh abschließend fest. Eine Bestätigung für diese Einschätzung erhielt sie nicht nur durch den langen Applaus, sondern auch durch die Dankesworte ihres Schulleiters. Lob gab es auch für Leon Hofmann, Sophia Malter, Dominik Richter und Johanna Thron: Die Schüler der Q11 führten mit kurzen Ansagen durch den Abend und gestalteten den ohnehin vergnüglichen Sommerabend damit auch noch kurzweilig.